Markt Peiting

Peiting Pfarrkirche St. Michael

Peiting – Wo der Lech die Ammer küsst

Nirgendwo sonst kommen sich die beiden Gebirgsflüsse Lech und Ammer so nah wie bei Peiting. Die Ammer auf ihrem Weg zum gleichnamigen See als ungebändigter Wildfluss und der Lech, den man auf seinem Weg nach Augsburg durch Staustufen gebändigt hat. Aber es ist die Flussund Seenlandschaft bei Peiting, die durch Moore, Weiden und Wälder ihren starken Reiz auf Naturliebhaber und Erholungs Suchende ausübt.

Der Markt Peiting mit seinen etwa 11.500 Einwohnern liegt auf einer Höhe von 718 m ü.M. inmitten der von Moränenhügeln geprägten Landschaft. Trotz Bevölkerungszunahme und gewerblicher Ansiedlungen konnte der Ort sich seinen bayerischdörflichen Charakter erhalten. Dazu trägt auch die Peitnach bei, der Bach, der durch die Gemeinde fließt und das Erscheinungsbild prägt.

Peiting ist die flächengrößte Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau. Auch der idyllische Ortsteil Birkland gehört zur Marktgemeinde. Birkland liegt 12 km von Peiting entfernt östlich des Lechs inmitten von Wäldern und Wiesen; 17 Weiler zählen zu dem kleinen Dorf mit derzeit 600 Einwohnern.

Kurzer Blick ins Geschichtsbuch

Funde wie Steinbeile und Tonscherben belegen die frühe Besiedelung des östlichen Lechufers und aus der Bronzezeit stammen Gräber, die am Bühlachberg gefunden wurden. Doch auch die Kelten und Römer hinterließen ihre Spuren.

Urkundlich erwähnt wurde Peiting erstmals im Jahr 1055 im Zusammenhang mit der Burg Peiting, die durch die Welfen errichtet wurde. Diese nahmen auch an den Kreuzzügen teil und waren Gründer der Klöster Rottenbuch und Steingaden. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg vollständig zerstört. Im Jahr 1438 erhielt Peiting erstmals das Marktrecht durch den bayerischen Herzog Ernst.

Direkt nach dem 1. Weltkrieg begann im neu errichteten Kohlebergwerk der Abbau, der bis ins Jahr 1968 betrieben wurde. Während der 1950er Jahre galt Peiting als das größte Dorf Bayerns, hatte es damals doch die höchste Einwohnerzahl im Altlandkreis Schongau.

Sehenswürdigkeiten

Der Ursprung der Pfarrkirche St. Michael reicht in das Jahr 1055 zurück. Obwohl der Kirchenbau von seiner Ausstattung zu den weniger reich ausgestatteten gehört, finden sich doch einige interessante Figuren, Altäre und Kreuzwegstationen auf Hinterglasbildern sowie ein Taufstein aus dem Jahr 1331, die einen Abstecher lohnen. Tagsüber ist die Kirche für Besucher geöffnet.

Ein Prachtstück des Barock im Pfaffenwinkel, bildet die Pfarrkirche St. Anna im Ortsteil Birkland/Aich (ca. 12 km von Peiting entfernt). Die Dorfkirche lässt mit ihrer Barockpracht den Besucher staunen. Das wertvollste Stück der Pfarrkirche ist der Hochaltar, der von Dominicus Zimmermann, dem Baumeister der berühmten Wieskirche, stammt. Die Pfarrkirche St. Anna ist tagsüber nicht immer geöffnet, es empfiehlt sich, einen Besuchstermin unter der Tel.-Nr. 088629-1267 zu vereinbaren.

Im 17. Jh. begann die Entstehungsgeschichte der Wallfahrtskirche Maria Egg. Zunächst war nur ein Bildstock, um 1650 eine Kapelle und 1737 der Kirchenbau Ziel von Wallfahrern. Die Stuckarbeiten in dem prächtigen Chor und Langhaus stammen von dem Wessobrunner Johann Schmuzer. Daneben lohnt die Besichtigung der Votivbilder mit der sogenannten Jakobsbrüdertafel.

Villa Rustica

Neben der Straße zum Weiler Kreut entdeckte man 1956 ein römisches Landhaus aus dem Beginn des 2. Jh. n. Chr. bis zur Mitte des 4. Jh. n. Chr. Auf der gegenüberliegenden Flussseite des Lechs verlief die Via Claudia Augusta. Bei der Anlage handelte es sich um eines der in Deutschland seltenen Atriumhäuser.

Heizungsanlagen im Haupthaus und im Badehaus, Reste von Wandmalereien, Glasfenster und Terra-Sigillata-Funde belegen den gehobenen Wohnstandard, der bereits zu dieser Zeit gepflegt wurde. Über den freigelegten Resten des Badegebäudes errichtete man ein rundum verglastes Schutzhaus. Zusätzlich wurde ein römischer Küchen- und Heilkräuterlehrgarten angelegt.

Eine Besichtigung ist jederzeit möglich, die gesamte Anlage ist mittels Schautafeln selbsterklärend gestaltet. Zwischen Mai und Oktober finden samstags von 14-16 Uhr Führungen statt, die bei nasskaltem Wetter ausfallen können. Zusätzliche Führungen können jederzeit bei der Tourist-Information Peiting gebucht werden.

Das Museum im Klösterle

Das Museum in der Kapellenstr. 1 mit seinen verschiedenen Abteilungen ist weniger ein Heimatmuseum als vielmehr eine lebendige Dokumentation der Ortsgeschichte.

Aus dem gesamten europäischen Raum sind in der Abteilung Skimuseum Exponate zusammengetragen, die die Geschichte des Skisports nachzeichnet. Integriert ist die „Michel-Dacher-Stube“, die an den deutschen Bergsteiger erinnert, der als erster Deutscher ohne Sauerstoffgerät einen Achttausender bezwungen hat. Michel Dacher lebte in Peiting.

Die Jagd, Fischerei und Imkerei haben zwischen Lech und Ammer eine lange Tradition. In einer Fachabteilung im Museum finden sich zahlreiche Gerätschaften und naturgetreue Darstellungen, die viel Wissenswertes um einen nachhaltigen Umgang mit der Natur vermitteln.

Der Bergbau hat in Peiting eine lange Geschichte. Schon im 16. Jh. wurde Kohle gefördert und zwischen 1920 und 1968 war das Bergwerk mit bis zu 1000 Bergleuten ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die Kohleförderung wird im Museum mit Arbeitsgeräten, Bildern, Uniformen und Zeitdokumenten wieder lebendig.

Öffnungszeiten: jeden Mittwoch von 14-17 Uhr. Wechselnde Sonderausstellungen bereichern das Angebot des ehrenamtlich geführten Museums.

Veranstaltungen in Peiting

Zu einer Institution ist der Peitinger Bauernmarkt geworden. Jeden ersten Freitag im Monat (März bis Dezember) findet vormittags auf dem Hauptplatz neben der Pfarrkirche St. Michael Markttreiben statt. Frisches Obst und Gemüse, Eier, Brot und allerlei kulinarische Köstlichkeiten der Region werden feilgeboten.

Bei der jährlich im Juni stattfindenden Gumpenserenade ist der schöne Dorfweiher Gumpen im Herzen von Peiting Bühne für verschiedene Musikgruppen. Hunderte begeisterte Zuhörer am Ufer genießen bei einem Glas Wein die herrliche Akustik rund um das Gewässer.

Freizeit und Sport

Neben den unzähligen sportlichen Betätigungsfeldern in der schönen Natur zwischen Ammer und Lech bietet Peiting einige interessante Besonderheiten. Zahlreiche Sportstätten, von der Eissporthalle über eine Kletterwand und Sportschützenanlage bis hin zu Kegelbahnen, Reitanlage und Fußballplätze finden sich im Ort. Mehrere Minigolfanlagen, ein Walking- und Lauftreff und vieles andere mehr beschert den Einwohnern und Gästen der Marktgemeinde abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigungen.

Das Wellenfreibad ist beheizt, verfügt über ein großes Wellenbecken und ein Nichtschwimmerbecken mit Wasserspielelandschaft und Rutsche. Kinderplantschbecken, Spiel- und Beachvolleyballplatz laden zum Sporteln ein, während es sich auf der großen Liegewiese angenehm entspannen lässt.

Peiting bildet auch eine Station für einige Fernwanderwege, die die Region durchqueren wie der Wanderweg Romantische Straße, der König-Ludwig-Weg sowie der Münchner Jakobsweg.

Der Peitinger Bergbauweg liefert auf seiner Länge von 12 km wertvolle Hintergrundinformationen über den Bergbau in Peiting.

Auf sieben Stationen wird der Wald zu einem besonderen Erlebnis: Auf dem Wald-Erlebnispfad in Peiting sieht man den Wald mit anderen Augen, da er sich erwandern, ertasten und erfühlen lässt. Startpunkt für die familienfreundliche Tour ist der Wanderparkplatz vor dem Schützenhaus „Am Sonnenbichl“.

Der Ammerlauf-Lehrpfad verbindet Wissen mit Ästhetik und Kunst. Acht anschauliche Informationstafeln entlang des Weges informieren über Geografie, Geschichte, Flora und Fauna des Ammertales und ermuntern den Besucher, die Ammer mit aufmerksamen Augen zu betrachten.

Während des Winters entwickelt sich Peiting zu einem Eldorado für Skilangläufer: Das Nordic Zentrum bietet Klassische Loipen und Skatingloipen mit bis zu 20 km Streckenlänge und verschiedenen Schwierigkeitsgraden an.

Essen und Trinken

Eine Vielzahl gemütlicher Gaststätten, gepflegter Restaurans sowie Tagescafes verwöhnen Peitinger und Gäste gleichermaßen.

Übernachten

Ruhig gelegene Stellplätze bietet die Marktgemeinde den Reisenden, die mit einem Wohnmobil eintreffen. Auf dem Parkplatz des Wellenfreibades stehen 3 Übernachtungsplätze zur Verfügung. Von dort sind es nur wenige Gehminuten ins Ortszentrum mit zahlreichen Geschäften und Gaststätten. Wohnmobil-Stellplätze des Marktes Peiting, Ammergauer Str. 20 a, 86971 Peiting

Peiting – Wichtige Adressen und Telefonnummern

Markt Peiting
Tourist Information
Ammergauer Str. 2
D-86971 Markt Peiting
Tel. +49 (0)8861 65 35
Fax +49 (0)8861 59 140
touristinfo.peiting@t-online.de