Seeshaupt

Erholung in unberührter Natur

Die Gemeinde Seeshaupt (rund 3.300 Einwohner) ist eingebettet zwischen dem Südende des Starnberger Sees und den idyllischen Osterseen. Die ursprüngliche, seenreiche Umgebung und ausgedehnte Wälder und Moore laden zum Wandern, Baden und Relaxen ein.

Kurzer Blick ins Geschichtsbuch

740 n. Chr. urkundlich zum ersten Mal erwähnt, lebten hier Fischer und Kleinhäusler, zunächst unter der Hoheit des Klosters Polling und ab 1479 unter dem Kloster Bernried. Nach der Säkularisierung im Jahr 1803 zählte Seeshaupt mit den Ortsteilen St.Heinrich, Jenhausen und Magnetsried 556 Einwohner. Der große Brand im Jahre 1815 legte zwei Drittel des Ortes in Schutt und Asche. Nur das Pfarrhaus, der größte Teil der Kirche und einige Fischerhäuser blieben verschont.

Der Ort war dennoch rasch wieder aufgebaut. Die bessere Verkehrsanbindung durch die Aufnahme der Dampfschifffahrt im Jahre 1851 und Eröffnung der Bahnlinie von Tutzing nach Penzberg im Jahr 1865 lockte viele Sommerfrischler in den Ort. Vor allem Künstler und betuchte Münchener bauten sich hier Villen in exklusiver Seelage. In dieser Zeit nahm die Bevölkerungszahl stark zu. Ende des zweiten Weltkrieges fanden über 1000 Flüchtlinge aus Schlesien, Ostpreußen, Böhmen und später Sudetendeutsche in Seeshaupt Zuflucht. Damit verdoppelte sich die Bevölkerung schlagartig. Viele Flüchtlinge sind hier geblieben, haben Familien gegründet und Seeshaupt wurde ihnen zur neuen Heimat.

Seeshaupt heute
Durch den Autobahnanschluss an die A95 ist der Großraum München näher gerückt. Die gute Verkehrsanbindung an zahlreiche Städtchen und die nahen Berge macht Seeshaupt beliebt für Naturliebhaber, Pendler, Senioren und junge Familien. Eine gut entwickelte Infrastruktur, ein breites Angebot an Waren des täglichen Bedarfs und Vereine, die für eine lebendige Dorfgemeinschaft sorgen, runden das Bild ab und machen den Ort liebensund lebenswert.

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Michael
Die Anna Kapelle mit ihrem Chorturm – links vom heutigen Altarraum gelegen -bildet die Urzelle der Kirche im 13. Jahrhundert. 1487 wurde ein Schiff im gotischen Stil angebaut, welches heute den Altarraum bildet. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert und schließlich 1909 um das Hauptschiff mit neuem Turm erweitert. Der Münchner Architekt Josef Eisner sen. entwarf zusammen mit seinem Sohn die Pläne für den Umbau der Kirche, den neuen Hochaltar, zwei Seitenaltären und der Kanzel. Der nordseitig gelegene Kirchhof eröffnet dem Betrachter einen wunderschönen Blick über den ganzen Starnberger See.

Weigle-Orgel
Ein Kleinod verbirgt sich auf der Empore an der Westseite der Kirche. 1909 wurde nach dem notwendigen Anbau des Hauptschiffes eine Weigle-Orgel aus der Werkstatt des berühmten schwäbischen Orgelbauers eingeweiht. Sie wurde von Baronin Freifrau von Simolin gestiftet. Die Orgel besticht durch ihre spätromantische, emotionale Klangfülle, 1836 Pfeifen aus Zinn, Zink und Holz und 26 klingenden Registern. Nur noch drei Weigle-Orgeln sind in Deutschland im Originalzustand erhalten. 2009 wurde die Orgel mit besonderer Sensibilität des Orgelbauers Konrad Buchel aus dem Hause Johannes Führer in München restauriert und mit der kleinen Orgelsolomesse von Josef Haydn am 21.06.2009 feierlich wieder eingeweiht.

Seegerichtssäule
Die Tuffsteinsäule am Dampfersteg gibt dem Besucher Rätsel auf. Sie stand ehemals unterhalb der Kirchenmauer und trägt die Initialien S-G, die Jahreszahl 1522 und ein Wappen mit dem schräggestellten Fisch, welcher heute auch im Seeshaupter Wappen zu finden ist. Bei dieser Säule könnte es sich entweder um die Seegrenze gehandelt haben oder vielleicht bezeichnete sie auch den Platz des „Seegerichts“, wo die Streitigkeiten der Fischer geschlichtet wurden.

Osterseen
Südlich von Seeshaupt beginnen die Osterseen auf Seeshaupter Flur mit Gartensee, Ursee und Gröbensee. Die Osterseenlandschaft umfasst eine Fläche von insgesamt 1086 ha und bezeichnet die größte und strukturreichste Eiszerfalllandschaft des Bayerischen Alpenvorlandes. 1981 wurden die Osterseen zum Naturschutzgebiet erklärt. Kleine Seen, Moore, magere Feuchtwiesen und Halbtrockenrasen erstrecken sich bis Iffeldorf und bieten dem Naturfreund ein breites Spektrum.

Kulturelles
Die traditionelle Kulturszene wird durch die 1901 gegründete Musikkapelle und die Dorfbühne Seeshaupt geprägt. Mit ausgewählten, hochkarätigen Veranstaltungen verwöhnt die „Seeresidenz Alte Post“ den anspruchsvollen Kulturliebhaber.

Feste und Feiern
Am 1. Mai wird in Seeshaupt selbst oder im Wechsel mit den Ortsteilen mit einem volkstümlichen Fest der Maibaum aufgestellt. Fronleichnam wird mit einer großen Prozession durch den Ort gefeiert. Der Kunsthandwerkermarkt am letzten Juli-Wochenende ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und zieht jedes Jahr viele Besucher an. Ein echter Publikumsmagnet ist in jedem Jahr auch das Spektakel des traditionellen Fischerstechens im Biergarten Lidl. Der Besuch des altbayerischen Christkindlmarkts am 1. Adventssonntag mit seiner lebenden Krippe ist Einstimmung des ganzen Dorfes auf die beginnende Adventszeit.

Freizeit und Sport

Im Sommer
Die Ausflugsschiffe legen bis zu dreimal täglich in Seeshaupt an. Wer mit dem Schiff auf dem Starnberger See unterwegs ist, genießt eine atemberaubende Sicht auf den See und die Alpen.

Im Winter
Durch Moor und Wald verlaufen sehr malerische Loipen: von Hohenkasten nach Eberfing oder nach Söchering.

Wandern
Die unberührte Natur, die Wälder, Seen und Moore bieten viele Möglichkeiten für reizvolle Spaziergänge und Wanderungen. Nicht umsonst führen auch Weitwandelwege durch Seeshaupt.

Wege in und um Seeshaupt
Die kleine und die große Frechenseerunde und die Höhenwegrunde sind gut ausgeschildert und sind lohnende Ziele für die „kleine Erholung“.

Radfahren
Die Umgebung von Seeshaupt eignet sich in besonderer Weise zum Radfahren. Wenig befahrene Wege, genussvolle Aussichten auf den Starnberger See, die umliegenden Seen und das herrliche Bergpanorama lassen jedes Radlerherz höher schlagen.

Eine ausgeschilderte, 52 km lange Strecke führt von Bernried an kleinen Weihern und bäuerlichen Höfen vorbei zu den Osterseen. Penzberg wird an seiner nördlichen Seite berührt, dann geht es zurück auf einsamen Straßen zum Starnberger See. Zahlreiche Gewässer und gemütliche Einkehrmöglichkeiten laden unterwegs zum Verweilen ein. Wer die Route gemütlicher gestalten will, kann sich in Seeshaupt im Hotel Garni Sterff an der Penzbergerstraße 6 ein E-Bike ausleihen. Noch mehr Informationen erhalten Sie unter dem Tourismusverband www.pfaffen-winkel.de

Baden/Camping
Am östlichen Eingang des Ortes gibt es den öffentlichen Badeplatz der Gemeinde und einen in seiner Lage einzigartigen Campingplatz.

Besonderes und Einzigartiges

Schaugarten
In Seeshaupt weisen Hinweisschilder den Weg zu einem einzigartigen Staudengarten auf 2500 qm, der gleichzeitig ein Lehrgarten ist. Ein engagiertes Gärtner-Ehepaar hat 2002 den Garten angelegt. Die Wegführung in Form einer stilisierten Blüte ermöglicht es, die Pflanzen verschiedenen Lebensbereichen zuzuordnen und der Betrachter kann anhand der ausgeschilderten Stauden viele Ideen mit nach Hause nehmen. Der Garten ist von Frühjahr bis Herbst geöffnet, der Eintritt frei; Gruppen haben die Möglichkeit nach Anmeldung an einer Führung teilzunehmen.

Gemeinde Seeshaupt

Weilheimer Str. 1 – 3
D-82402 Seeshaupt
Tel. +49 (0)8801 2427 90710
gemeinde@seeshaupt.de
www.seeshaupt.de