Gemeinde Bernried

Schloss Höhenried (Bernried)

Bernried am Starnberger See – Natur, Tradition und Moderne

Der See als traumhafte Kulisse für erholsame Tage, vielfältige Kulturtupfer während des ganzen Jahres, anregende Atmosphäre für erfolgreiche Seminare und Tagungen, ein Ort, wo Sport und Kunst nicht zu kurz kommen, und eine Landschaft zum Träumen: Dieses malerische Paradies findet der Feriengast in Bernried am Starnberger See (600 m ü. M., 2348 Einwohner) mit den Gemeindeteilen Adelsried, Gallafilz, Hapberg, Höhenried und Gut Unterholz im Landkreis Weilheim-Schongau vor.

Für Tagesbesucher aus der Region ist der Stiftungspark im Süden von Bernried erholsames Terrain für Spaziergänge. Wassersportler genießen in Bernried einen unvergesslichen Aufenthalt. Ein zauberhafter Ort, ja, im wahrsten Sinne des Wortes wird der Feriengast verzaubert von den Parkanlagen und vom aktiven Dorf- und Vereinsleben, die u. a. dazu beigetragen haben, dass dem Ort 2007 im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die Goldmedaille verliehen wurde.

Im Mai 2001 wurde auf dem Hirschgartengelände in Höhenried das „Buchheim-Museums der Phantasie“ eröffnet, das heute den Namen Bernried a. S. in alle Welt trägt.

Kurzer Blick ins Geschichtsbuch

Bereits 1120 wurde ein Augustiner-Chorherrenstift gegründet. Graf Otto und Adelheid von Valley aus dem Hause Wittelsbach hatten den Augustiner Chorherren das Stift überlassen.

Die Entwicklung von Bernried a. S. hängt untrennbar mit der wechselvollen Geschichte des Klosters zusammen. 1852 erwarb August Freiherr von Wendland das Stift und die Ländereien. Der Südflügel wurde unter seiner Federführung zu einem Schloss umgestaltet. Ihm ist es auch zu verdanken, dass das Seeufer zwischen Bernried a. S. und Seeseiten unbebaut blieb, da er landwirtschaftlich genutzte Fläche vom königlich bayerischen Hofgärtner Carl von Effner zum Landschaftspark umgestalten ließ.

Außerdem wurde in Bernried a. S. auf sein Betreiben hin im Jahre 1865 eine Station der Eisenbahnstrecke Tutzing-Penzberg eingerichtet, was Bernried a. S. zu einem aufstrebenden Aufenthaltsort für Künstler und Sommerfrischler werden ließ. Im Bernrieder Bahnhof hat sich heute eine Schokoladenmanufaktur niedergelassen.

1914 erwarb das Ehepaar Busch-Scharrer die ehemaligen Gründe des Klosters und das Schlossgut, wo eine Landwirtschaft mit Pferdezucht betrieben wurde. Auch entsprechende Handwerksberufe siedelten sich hier an.

Wilhelmina Busch ließ sich auf dem Gelände ein Schloss erbauen, das im Sommer 1939 fertiggestellt wurde. Im Laufe der Jahre wurde der 600.000 Quadratmeter große Park umgestaltet und um ein Gehege mit weißen Damhirschen erweitert.

Das Hofgut mit seinen Frescomalereien und Kunstschmiedearbeiten beherbergt heute einen Hofladen mit regionalen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln.

Sehenswürdigkeiten

Aus der Zeit der Augustinerchorherren stammen zahlreiche denkmalgeschützte Bauwerke.

Heute gehört das Kloster Bernried den Missionsbenediktinerinnen mit Mutterhaus in Tutzing. Von 1122 bis 1803 war St. Martin Stiftskirche der Augustinerchorherren von Bernried. Sie steht auf romanischen Fundamenten. 1803 wurde sie im Zuge der Säkularisation Pfarrkirche des Ortes. Die Kirche wurde 1659 von dem Wessobrunner Baumeister Caspar Feichtmayr errichtet. Der monumentale Hochaltar und die Seitenaltäre sind mit Gemälden des Münchners Franz Kirzinger ausgestattet (1795/96). Beeindruckend ist vor allem der spätgotische Flügelaltar der Münchner Schule (um 1510).

In der Klostermauer zur Seeseite hin befindet sich die Seekapelle mit der „liab woanatn Frau“. Sie wird alljährlich am 15. August, Maria Himmelfahrt, mit Blumen geschmückt. Eine ganz besondere Atmosphäre verbreitet der Barocksaal des Klosters, der auch einen würdigen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen bietet.

Das Torbogengebäude diente einst dem „Torwart“ als Wohnung. Von 1806 bis 1825 war hier das Schulhaus untergebracht. Marstall und Wagenremise lagen auf der anderen Seite des Torbogens.

Die Hofmarkskirche ist einer der liebenswertesten Sakralbauten in Oberbayern. Der gotische Bau wurde 1382 geweiht und Ende des 17. Jahrhunderts (1695) barockisiert. Aus dieser Zeit stammt auch der Hochaltar. Die Seitenaltäre sind ländliches Rokoko (Paul Zwink 1769) mit den Bauernheiligen Notburga und Isidor. Beeindruckend sind die Altarbilder von Franz Kirzinger und die bemalte Kanzel über dem Durchgang zur Gruftkirche sowie die gotische Pieta aus dem Jahre 1382 „die Muttergottes von Bernried“, eines der wichtigsten Kulturgüter im Dorf.

Beim Sommerkeller handelt es sich um den Bierlagerkeller der ehemaligen Brauerei mit ca. 1500 m2. Das Bierbrauen wurde 1912 eingestellt. Er wird heute für Großveranstaltungen genutzt.

Der Klosterrichter war für die niedere Gerichtsbarkeit zuständig. Das Haus des Klosterrichters (ehemalige Gemeindeverwaltung) beherbergte u. a. Johannes Brahms und Franz Lachner als Gäste.

Das Gstupperhaus (Reitweg 2) wurde nach dem verheerenden Dorfbrand 1685 gebaut. Dabei handelt es sich um ein denkmalgeschütztes ehem. Kleinbauernhaus in zweigeschossiger Blockbauweise mit Flachsatteldach, Laube und Zierbund.

Das Haus Willroider (Bahnhofstraße 12) ist ein gutes Beispiel für die Villenkultur um die Jahrhundertwende. Der Bauherr Ludwig Willroider war ein bekannter Landschaftsmaler.

Die „Villa del Fabbro“, erbaut 1892 bis 1894, zeigt deutlich den Einfluss italienischer Baukultur. Das Haus wurde bis 2007 von den Nachkommen des Baumeisters als Pension betrieben.

Klinik Höhenried – Interdisziplinäres Therapiezentrum

1967 als kardiologische Reha-Klinik gegründet, haben sich hier heute neben der kardiologischen Abteilung auch eine orthopädische Abteilung und eine psychosomatische Abteilung auf hohem fachlichem Niveau etabliert. Das parkähnliche Klinikgelände mit seiner wohltuenden Ausstrahlung unterstützt die Genesung.

Stieleiche – Quercus robur

Am Ortsausgang Richtung Tutzing, am neuen Hofgut in Bernried am Starnberger See, steht eine Eiche, deren Alter auf 500 bis 700 Jahre geschätzt wird. Der Stammumfang misst 9,30 m, die Höhe ca. 15 m und der Durchmesser der Krone ca. 15 Meter.

Bernried nennt sich Baumdorf. Mehr als 1000 überwiegend Eichen und Buchen haben einen Stammumfang von mehr 4 Metern.

Museen

Am 23. Mai 2001 wurde auf dem Gelände von Schloss Höhenried das „Museum der Phantasie – Sammlung Buchheim“ feierlich eröffnet. Der Park mit seinen alten Baumgruppen, verwunschenen Teichen, Pagoden, Skulpturen und anderen Kunstwerken unterstreicht die Besonderheit dieses Museums.

Der Bau umfasst 4.000 Quadratmeter und ist einem Schiff nachempfunden. Auch der Außenbereich mit seinen verschiedenen Skulpturen ist in die Kunstsammlung mit einbezogen.

Namhafte Expressionisten mit Werken der Brücke- Maler Erich Heckel, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, aber auch Gegenstände, die Buchheim auf seinen Reisen gesammelt hat, werden im Museum der Phantasie präsentiert.

Öffnungszeiten: April – Oktober: Dienstag bis Sonntag sowie Feiertage: 10 – 18 Uhr, November – März: Dienstag bis Freitag: 10 – 17 Uhr, Wochenende u. Feiertage: 10 – 18 Uhr.

Buchheim Museum der Phantasie
Am Hirschgarten 1
82347 Bernried
Tel. 08158 99700
info@buchheimmuseum.de
www.buchheimmuseum.de

Ausstellungen

Handwerk und Kunst

Ein- oder mehrmals jährlich ist Bernried am Starnberger See Schauplatz für das Kunsthandwerk. Die Ausstellungen bieten heimischen Künstlern eine wichtige Plattform für ihre stilvollen Arbeiten aus den Bereichen Keramik, Schmuck, Fotografie, Patchwork, Kloster- und Kürschnerarbeiten, Holzverarbeitung, Stricken, Nähen sowie Trachtenarbeiten. Der Eintritt zu den Ausstellungen ist frei. Zum Teil können die gezeigten Arbeiten erworben werden. Sommer-Ausstellung jährlich an Maria Himmelfahrt, d. h. am 15.08.; Frühjahrs-Ausstellung unregelmäßig.

Künstlerausstellungen

An drei Ausstellungsorten – im denkmalgeschützten Sommerkeller unterhalb des Gemeindezentrums, einem Ausstellungsraum mit ganz besonderer Ausstrahlung, dem Torbogengebäude im Klosterhof und dem Glashaus der Gärtnerei Steiger – inspiriert die Sommerausstellung „Bernrieder Künstler“, die es seit 40 Jahren gibt, Besucher zu einem Spaziergang durch den alten Ortskern.

Kulturelles

Das Kloster mit seinem barocken Musiksaal und dem neuen Gartensaal ist beeindruckender Rahmen für hochkarätige Konzerte und Lesungen.

Musik

Die örtliche Blaskapelle demonstriert mit ihren Konzerten aktives Brauchtum und sorgt für die feierliche Umrahmung vieler Veranstaltungen.

Kirchenchöre, Bernrieder Dreigesang, der Klosterdorf Zwoagsang und die Hofmarksmusik sind wichtige Säulen bei verschiedenen Anlässen rund ums Jahr.

Bücherei

Eine öffentliche Bücherei ist auch Gästen zugänglich (s. Beschilderung).

Öffnungszeiten: Montag: 16.00 – 17.30 Uhr, Dienstag: 09.00 – 12.00 Uhr und 15.00 – 17.30 Uhr, Donnerstag: 09.00 – 11.00 Uhr, Sonntag: 10.00 – 11.30 Uhr, während der Schulferien nur sonntags von 10.00 bis 11.30 Uhr! (außer Neujahr und Ostersonntag)

Volkstümliche Bräuche

Die Brauchtumsfeste der Bernrieder Vereine wie z. B. das Öffnen des Martinsbrunnens, das Maibaumaufstellen sowie das Johannifeuer locken eine Vielzahl von Gästen an.

Kirchliches Brauchtum

Ein hoher Festtag ist der 15. August, Maria Himmelfahrt, mit dem abendlichen Festgottesdienst und der Lichterprozession durch den Ort. Der feierliche Gottesdienst am Morgen in der Hofmarkskirche wird vom Bernrieder Dreigesang und von der Hofmarksmusik gestaltet.

Kurioses und Originelles

Fischerstechen in Bernried am Starnberger See

Ein weit verbreiteter Brauch ist in Bayern das Fischerstechen, in Bernried a. S. alle zwei Jahre (in geraden Jahren) im August. Der Ursprung liegt wohl 500 Jahre zurück, als einer Sage nach Fischer eine Art „Ritterturnier“ auf ihren Booten veranstaltet haben.

Bei diesem traditionellen Kräftemessen treten zwei Mannschaften mit jeweils drei Männern auf einem Boot gegeneinander an. Das Ziel ist es, die Mitglieder der gegnerischen Mannschaft mit Hilfe eines Speers von ihrem Boot ins Wasser zu stoßen. Verloren hat natürlich, wer zuerst ins Wasser fällt.

Freizeit und Sport

Schwimmen, Surfen, Segeln, Rudern, Angeln – der Starnberger See bietet für aktive Freizeitgestaltung vielfältige Möglichkeiten.

Zum Hotel Marina gehört ein großer Segelhafen.

Badespaß

Am Ende des Bernrieder Parks liegt das Strandbad Hubl mit Bootsverleih und Liegewiese. Auch wegen der hausgemachten Kuchen kommen die Gäste gerne hierher.

Nordic Walking

Rund um den Ort oder im Höhenrieder Park lädt ein Parcours zum Nordic Walking ein. Wer möchte, kann dafür medizinische Betreuung in Anspruch nehmen.

Wandern

Der Bernrieder Park wurde 1853 als Englischer Landschaftsgarten angelegt. Gestalter war Carl Effner und dessen Sohn, der u.a. bei Lenné studiert hatte und ab 1873 königlicher Hofgartendirektor war. Die harmonische Komposition von Anpflanzungen, eine abwechslungsreiche Gestaltung der weitläufigen Landschaft, alter Baumbestand von seltener Erhabenheit, der Blick übers Dorf auf den See oder vom Park zur Benediktenwand laden zum Spaziergang oder Fahrradausflug ein. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Bernrieder Park zum Reservat seltener Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

Der unbebaute Uferbereich am Starnberger See stellt mit seinen jahrhundertealten Bäumen für jeden Naturfreund eine paradiesische Idylle dar. Eine bequeme Uferwanderung führt von Bernried a. S. nach Seeshaupt.

Westlich von Bernried a. S. laden – auch im Winter – zahlreiche Wege dazu ein, die Umgebung kennen zu lernen. Kleine Weiher und Hochmoore prägen die Landschaft.

Seit ein paar Jahren gibt es den „Klosterweiherweg“ (ca. 4 Std.), ein Themenweg auf der Schleife der „spiegelnden Wasser“ des Pilger-Wanderweges „Heilige Landschaft Pfaffenwinkel“. Pilger und Wanderer werden an einzelnen Stationen durch anschauliche Tafeln historisch und spirituell begleitet. Sanft führt der Klosterweiherweg über eine Strecke von 13,3, km durch die typische Moränenlandschaft an fünf Fischweihern vorbei, die ursprünglich in wirtschaftlicher Verbindung zum ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift in Bernried standen.

Bernried a. S. hat auch Anbindung an den Jakobsweg, Variante B, und bietet mit dem Bildungshaus St. Martin eine pilgerfreundliche Unterkunft (Tel. 08158/2550).

Radfahren

Idyllische Fahrt von Bernried a. S. nach Seeshaupt (ungefähr 6 km): Vom Ortseingang von Bernried a. S. geht es auf der Straße, die zum Hotel Marina führt, und weiter bis zum See, Richtung Dampferanlegestelle. Malerisch am See entlang, vorbei am Kloster Bernried durch den Bernrieder Park, kommt man auf einen Fußweg nach Seeshaupt. Schilfgürtel und alter Baumbestand begleiten die Strecke. Wer den Ausflug noch erweitern möchte, fährt Richtung Penzberg oder zu den Osterseen, wo man einen einmaligen Blick auf die Alpenkette genießen kann.

Ebenso zu empfehlen und erlebnisreich ist der Fahrradweg von Bernried a. S. nach Unterzeismering und weiter nach Tutzing. Besonders hinzuweisen ist auf die Lindenallee unterhalb von Höhenried bis zum FFHSchutzgebiet Starnberger See kurz vor Unterzeismering.

Orts- und Infrastruktur

Verkehrswege

Bernried a. S. liegt an der Staatsstraße 2063 Starnberg–Tutzing–Seeshaupt, Autobahnanschluss A95, Ausfahrt St. Heinrich.

Die Bahnlinie der Kochelseebahn München–Tutzing–Kochel verbindet im Stundenrhythmus den Ort mit der Landeshauptstadt München.

Der RVO-Bus 9614 Tutzing–Penzberg macht in Bernried a. S. Halt.

Von der Bayerischen Seenschifffahrt wird Bernried a. S. seit 1852 angesteuert.

Ländlich wohnen

Bei der Bebauung des Ortes wurde stets im Auge behalten, den Charakter des alten Ortskerns zu erhalten. Zahlreiche Fußgängerwege, verschwiegene Gässchen und private und öffentliche Grünflächen schaffen für Einheimische und Gäste einen idyllischen Wohlfühlort.

Bernried – Wichtige Adressen und Telefonnummern

Tourismusbüro Bernried a. S.
Bahnhofstraße 4
D-82347 Bernried am Starnberger See
Tel. +49 (0)8158 8040
tourist-info@bernried.info