Prittriching

Obere Kirche Prittriching

Liebenswerte Gemeinde am Verlorenen Bach

Prittriching (ugs. Burching genannt) liegt am nördlichen Rand des Landkreises Landsberg am Lech. Die Altmoränen im Osten, das weite Lechfeld und der Lech 2 Kilometer westlich sowie der 1965 regulierte und um die Westseite des Dorfes umgeleitete „Verlorene Bach“ prägen die ausnehmend flache Prittrichinger Flur.

Die Gemeinde hat ca. 2.400 Einwohner, ist Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Prittriching, zu der auch die Gemeinde Scheuring gehört. Sie besteht aus den Gemarkungen Prittriching und Winkl.

Kurzer Blick ins Geschichtsbuch

Der Ursprung des Dorfes Prittriching ist wohl im Zusammenhang mit der bajuwarisch-alemannischen Landnahme für das 6. Jh. zu sehen. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sich aus dem Jahr 1096 in einem Güterverzeichnis der Domdekanei Augsburg.

Die Namensgebung des für den Fremden nicht ganz einfach auszusprechenden Ortsnamens – Einheimische nennen ihren Ort ohnehin liebevoll „Burching“ – verweist auf den Eigennamen „Priderich“ und mit der Endung „-ing“ auf eine bajuwarische Besiedlung.

Als ehemalige Grundherren sind eine Vielzahl archivalisch benannt: die Klöster Benediktbeuern, Dießen, Rottenbuch, Polling, Wessobrunn, St. Ulrich in Augsburg, teilweise auch Altomünster und Tegernsee sowie diverse Adelshäuser und reiche Bürger aus Augsburg. Am Ort selbst lebten bis zur Säkularisation nur wenige Freie mit eigenen Besitzungen.

Die beiden Kirchen, die Pfarrkirche St. Peter und Paul im Oberdorf und die Frauenkirche im Unterdorf, die seit dem Mittelalter nachgewiesen werden können, weisen auf zwei Ortskerne hin, die im Laufe der Zeit miteinander verschmolzen sind.

Zur Prittrichinger Ortsgeschichte sind folgende Bücher im Rathaus erhältlich:

Heft 1: Frauenkirche
Heft 2: Schule und Heimatmuseum
Heft 3: Häuser und Höfe
Heft 4: Verlorener Bach und Lech
Heft 5: Vereine

Außerdem gibt es den Kirchenführer „Kirchen der Pfarrei Prittriching“ und von Rudolf Pfeil die Ortsgeschichte von Winkl.

Sehenswürdigkeiten

Der Dorfplatz lädt ein zu einer Rast auf Sitzbänken an einem Brunnen mit Blick auf das Wahrzeichen der Gemeinde, den Spatzenturm. Dieser Torturm der ehemaligen Friedhofsbefestigung, die man links noch gut erkennen kann, stammt aus dem 15. Jh. und ist der westliche Eingang zur Dorfkirche „Unsere liebe Frau“. Rechts davon steht das Baderhaus, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Schule und heute u.a. die Blaskapelle und die Landjugend beherbergt.

Sehenswert ist in der „Frauenkirche“, wie sie die Prittrichinger nennen, der Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor und dem Chorflankenturm, der aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. stammt. Um 1730 wurde die Ausstattung der Kirche barockisiert. Genaueres zur Frauenkirche erfährt man im Heft 1 der Beiträge zur Prittrichinger Ortsgeschichte.

Ein Abstecher zur „Pfarrkirche St. Peter und Paul“, die zusammen mit dem Pfarrhaus den von Süden kommenden Besucher mit seinem das obere Dorfbild prägenden Ensemble empfängt, lohnt sich. Das spätgotische Langhaus und das barockisierte Innere sind ebenso eindrucksvoll wie der weite Blick vor dem Kirchenportal über das Dorf bis zu den westlichen Wäldern.

Zwischen den beiden Kirchen liegt das Schulhaus der Gemeinde. Ein Jugendstilbau, der 2010 sein 100-jähriges Bestehen feierte. Das Schulhaus beherbergt nicht nur die Grundschule, eine Mittags- und eine Ferienbetreuung für Grundschulkinder, sondern unter dem Dach auch das Heimatmuseum der Gemeinde.

Dieses wurde zur 900-Jahr- Feier der Gemeinde eröffnet und zeigt auf 650 m2 Ausstellungsfläche neben einer historischen Schulstube auch eine Küche, eine Stube und ein Schlafzimmer aus früherer Zeit. Sehr aufschlussreich sind auch die Gerätschaften aus der ländlichen Hauswirtschaft, der Landwirtschaft und dem dörflichen Handwerk und die durch die Arbeitsgemeinschaft Ortsgeschichte jährlich neu zusammengestellten Sonderausstellungen. Führungen sind jederzeit zwischen Mai und Oktober möglich.

Fährt man mit dem Fahrrad vom Dorfplatz auf der Hauptstraße Richtung Süden auf dem Radweg Romantische Straße (Route 1), kommt man auch an den beiden Kapellen Prittrichings vorbei. Die Jakobskapelle der Gemeinde ist ein achteckiger Zentralbau mit Dreipassfenstern und weist damit eine für den süddeutschen Raum sehr seltene Bauart auf.

Die Assisi-Kapelle aus dem Jahre 2006 ist sowohl innen als auch außen aus Kupfer. Sie stellt ein eindrückliches Beispiel für die Vereinigung von Glauben und Handwerk dar und lädt ein zur Besinnung und Meditation. Bleibt man auf dieser Route 1, kommt man nach Scheuring Richtung Landsberg am Lech. Fährt man die Route 2 des Radweges, kommt man über Winkl weiter nach Pestenacker, wo man auf eine prähistorische Siedlung trifft, die seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Informationen sind unter www. ammersee-region.de/rad-wanderwegeammersee- lech.html erhältlich.

Freizeit und Sport

Nicht nur durch die kulturellen Höhepunkte ist Prittriching eine lebenswerte Gemeinde.

In unmittelbarer Nähe der Assisi-Kapelle, ebenfalls am Südrand des Ortes, befindet sich das öffentliche Freibad. Dank technischer Einrichtungen wartet das Warmwasser-Freibad in Prittriching mit einer hervorragenden Wasserqualität auf.

Das Bad ist während der Badesaison täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Neben einem Schwimmerbereich kommen Kinder in einem Planschbecken auf ihre Kosten. Für das leibliche Wohl sorgt ein Kiosk, dem ein schattiger Biergarten auch für Wasserscheue angeschlossen ist.

Gemeinde Prittriching

Verwaltungsgemeinschaft
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