1923 war in Westerheim Milch schneller zu Geld gemacht als das Geld wieder zu Papier wurde. Jeden Samstag hieß es: früh nach Memmingen, Verkaufsabschluss, dann weiter mit dem Erlös in Richtung München – und alle Bauern hofften, dass die Mark bis zum Abend nicht schon wieder beleidigt zusammenfiel. Clemens Schneider, der Käufer, hatte dafür eine […]
In Egg an der Günz begann keine Sage, sondern ein nachweisbares Stück Weltgeschichte. Der Ort gehörte früh zum Besitz des Reichsklosters Ottobeuren; 1380 kam Egg in fremde Hand und kehrte später wieder zum Kloster zurück. Dort, in diesem Dorf bei Memmingen, wurde am 13. November 1486 Johannes Maier geboren. Sein Vater Michael Maier war Bauer […]
— das Unterallgäu ganz entspannt erradeln Günztal-Radweg — Unterallgäuer Abschnitt Der Günztal-Radweg zeigt das Unterallgäu von seiner stillen, grünen Seite. Besonders schön ist der Abschnitt zwischen Erkheim, Egg an der Günz und Babenhausen: eine ruhige Route durch Wiesen, Felder und kleine Orte, nah am Lauf der Günz und ideal für alle, die Landschaft nicht nur […]
Wer von Memmingen nach Ottobeuren kam, sah einst schon vor dem Ort den Galgenberg: ein stummes Zeichen, dass der Abt hier nicht nur beten ließ, sondern auch richten konnte. Doch das unheimlichste Zeugnis liegt nicht draußen im Wind, sondern in der Basilika. In der St.-Martins-Kapelle ruht ein Sammelgrab, und seine Geschichte beginnt im Bauernkrieg von […]
Im Jahr 1389 dachte Hans Truchsess von Waldburg: „Heute überrumpeln wir Wangen.“ Er kam nicht zum Kaffeekränzchen, sondern mit 500 Bewaffneten. Pech: Die Wangener merkten den Plan, als der Feind schon unter dem Tor stand. Jetzt wurde es ungemütlich – besonders in der Schmiedestraße. Dort griff keine Eliteeinheit ein, sondern die Schmiedezunft. Ihre Spezialausrüstung: Zangen […]
Als der Herbst über Wangen kam, roch die Stadt nicht mehr nach Rauch aus den Küchen, sondern nach Angst. Die Tore blieben schwer geschlossen, doch der Tod fand jedes Gässchen. Man sagte, die Seuche sei mit den durchziehenden Soldaten gekommen; erst leise, dann wie ein schwarzer Wind. 1628 waren es noch etwa dreißig Menschen. Im […]
Ein Leben zwischen Farbe, Verlust und Schatten Am 27. Dezember 1974 starb Ludwig Dreyer in Kaufbeuren. Zurück blieb kein geordnetes Werkverzeichnis, kein abgeschlossenes Buch seines Schaffens, keine endgültige Liste dessen, was er geschaffen hatte. Zurück blieben Bilder.Bilder, die wie verstreute Spuren eines Lebens wirken. Ölgemälde, Aquarelle, religiöse Szenen, Freskenskizzen, Porträts, Berglandschaften, Ansichten von Ottobeuren, der […]
Foto KI generiert An der Östlichen Günz bei Obergünzburg plätscherte einst nicht nur Wasser, sondern auch ein Stück Allgäuer Obrigkeitstheater. Im 18. Jahrhundert galt der Fluss als Fischwasser: Forellen, Äschen, Hechte und Aale machten ihn wertvoll genug, dass die Herrschaft des Fürststifts Kempten hinsah. Den Günzburgern blieb dennoch ein altes Recht: Nach der Heuernte durften […]
Manche Berge sieht man – und vergisst sie wieder. Andere brennen sich ein. Für Hermann von Barth war der Hochvogel so ein Berg. Wochenlang hatte der junge Alpinist auf den richtigen Moment gewartet, bis Wetter und Wille endlich zusammenpassten. Später schrieb er in seinem Bergklassiker Aus den Nördlichen Kalkalpen: „Lange Wochen war der Hochvogel das […]
Der tote Freund kam zurück eine wahre Geschichte aus dem Allgäu Wer heute durch Oberstdorf geht, sieht Berge, Gasthäuser und stille Wege. Doch hinter der Postkartenidylle liegt eine der unheimlichsten Geschichten des Allgäus. Im Jahr 1578 saß der Hirte Chonrad Stöcklin mit seinem Freund Jacob Walch beim Zechen. Die beiden schlossen einen Pakt über den […]
Im Allgäu beginnt Verwirrung manchmal am Wegweiser. Wer glaubt, ein Ortsname führe eindeutig ans Ziel, hat die Rechnung ohne Au, Berg, Ried oder Weiler gemacht. Dieselben Namen tauchen hier gleich mehrfach auf, verstreut zwischen Hügeln, Mooren, Tobeln und Alpenketten. Genau darin liegt ein besonderer Reiz dieser Landschaft: Hinter jedem vertraut klingenden Schild kann eine andere […]
Wenn Weltgeschichte kurz durchs Dorf spaziert Im Sommer 1923 zeigte sich Lautrach einmal von einer Seite, auf die man im Illerwinkel bis heute mit stillem Stolz blicken darf. Schloss Lautrach, eingebettet in die vertraute Landschaft aus Feldern, Wegen und naher Iller, wurde damals zu einem Ort der Begegnung für bedeutende Gelehrte. Das ist keine ausgeschmückte […]












