Zwischen Tomatenpreisen und Kaffeeduft
Ich stolpere an einem Samstag Vormittag über den Wochenmarkt in Memmingen, eigentlich nur auf der Suche nach Kaffee. Überall Bewegung. Stoffbeutel, Sneakers, Kinderwagen. Stimmen überlagern sich, irgendwer lacht zu laut, irgendwer diskutiert Tomatenpreise, als ginge es um die Weltlage.
Es riecht nach Sauerteig, nach Kräutern, nach diesem einen Stand mit Falafel, der immer eine Schlange hat. Eine Verkäuferin tippt Preise ins Kartenlesegerät, daneben stapelt jemand Eier wie Kunstwerke. Bio, regional, handgeschriebenes Schild – alles sehr jetzt. Ich probiere Käse, nicke anerkennend, kaufe ihn natürlich. Marktlogik.

Neben mir erzählt ein Fremder, dass er „nur kurz“ hier sei. Wir glauben beide nicht daran. Am Ende sitze ich auf der Mauer, Kaffee in der Hand, Marktgeräusche im Ohr. Kein Stress, kein Scrollen. Nur dieser Moment. Und ja – dafür bin ich eigentlich gekommen.


