Weisslingen

Lebendig präsentiert sich die Gemeinde Weisslingen (3200 Einwohner; 492 – 733 m).
Kurzer Blick ins Geschichtsbuch
Vermutete Aschengräber aus der Hallstattzeit um 800 v. Chr. im „Eichholz“ (südöstlich vom Hof „Moos“) und im „Langenloo“ (an der Gemeindegrenze gegen Agasul) sind Zeugen einer Besiedelung in prähistorischer Zeit. 1848 beim Bau des Schulhauses „Burg“ wurden Schmuckstücke aus der La-Tène-Zeit (500 bis 58 v. Chr.) und alemannische Grabstätten aus dem 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. gefunden. 1871 wurde ein Postwagenkurs zwischen Pfäffikon und Winterthur über Weisslingen eingerichtet, der allerdings mit der Eröffnung der Tösstalbahn 1875 und der Kempttalbahn 1876 wieder verschwand.

Sehenswürdigkeiten
Kirche

Die spätgotische Kirche überragt mit ihrem markanten Turm das Dorf. Der Ulmer Tischmacher Peter Kälin schuf 1509 die geschnitzte Holzdecke des Kirchenschiffs. Die ebenfalls mit Schnitzereien verzierte Kanzel von Tischmacher Ulrich Temperli schmückt das Gotteshaus seit 1687. Die Kirche steht isoliert am Rande des Dorfteiles „Im Berg“. Das Schiff weist eine West-Ost- Ausrichtung auf und war vor 1882 etwas weniger lang und hoch, so dass es ursprünglich noch stärker als Anhängsel des Turmes wirkte. In der vorreformatorischen Kirche war der Chor dem Klerus reserviert und in ihm befand sich der Altar. Das Bauende ist 1507 belegt durch die übliche Spende von Rat und Bürgermeister der Stadt Zürich für ein Glasfenster in den Chor – was jeweils gegen Bauende geschah.

Es ist zu vermuten, dass dieser Kirchenbau nicht der erste in der Gemeinde war. Eine Kirche ist bereits für 1188 bezeugt. Ein Teil derselben war vor 1216 von Freiherr Rudolf von Weisslingen aus seinem Erbe an das Kloster St. Johann im Thurtal vergabt worden. Für 1217 ist ein „Bruno plebanus de Wizenanch“ nachgewiesen. Der Steuerrodel des Bistums Konstanz von 1275 weist ein Einkommen des Plebans (Leutpriesters) „de Wissenanch im Dekanat Illnau“ von 31 Pfund Zürcher Währung aus.
Museen
Das Ortsmuseum ist jeweils am 1. Sonntag im Monat von März bis Oktober geöffnet.

Radfahren
Ausgangsstation für die kleine Velo-Tour ist der Bahnhof Effretikon. Hier startet man in Richtung Kempthal. Kurz vor der Abzweigung Grafstal biegt man rechts ab hinauf nach Ottikon. In der ersten großen Kurve kurz vor dem Dorf geht es rechts nach Agasul, idyllisch beschaulich über Felder und durch kleine Wälder. Hier befindet sich auch ein kühler Weiher, der zu einer Erfrischung und angenehmen Erholungspause einlädt. Nach einem kühlen Bad setzt man seinen Weg fort hinunter zur Töss und weiter nach Weisslingen, von wo es nun wieder bequem bergab geht. Bei der alten Mühle kann man wieder eine kleine Rast einlegen, bevor man seinen Weg Richtung Kolbrunn fortsetzt. Kurz vor Kolbrunn zweigt links der Radweg ab. Der Radfahrer kann direkt der Töss folgen, vorbei am Sennhof gemächlich entlang des Flusses. Malerische Waldwege bestimmen von hier aus die Tour. Nach einigen Minuten erreicht man die Kyburgbrugg. Die weitere Tour verläuft angenehm im Schatten. Nach einer knappen halben Stunde kommt man zu lauschigen Plätzen, die zu einem herrlichen abkühlenden Bad im Fluss einladen. Der Rossberg nahe Kempthal, vorbei an der Bahnstation Kempthal, kehrt man wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Gemeindeverwaltung Weisslingen
Dorfstraße 40
CH-8484 Weisslingen
Tel. +41 (0)52 397 31 00
www.weisslingen.ch