Im Jahr 1389 dachte Hans Truchsess von Waldburg: „Heute überrumpeln wir Wangen.“ Er kam nicht zum Kaffeekränzchen, sondern mit 500 Bewaffneten. Pech: Die Wangener merkten den Plan, als der Feind schon unter dem Tor stand. Jetzt wurde es ungemütlich – besonders in der Schmiedestraße. Dort griff keine Eliteeinheit ein, sondern die Schmiedezunft. Ihre Spezialausrüstung: Zangen und Hämmer. Kurz gesagt: Der Angriff wurde zur handwerklichen Reklamation.
Die Schmiede arbeiteten so überzeugend auf den eindringenden Haufen ein, dass der Truchsess mit zerschmettertem rechtem Bein den Rückzug antreten musste. Er schleppte sich todesschwach zur Burg Leupolz. Auch dort lief es nicht rund: Ein Turmwächter, gebürtiger Wangener, verriet den Zufluchtsort. Die Bürger rückten an, belagerten die Burg, der Truchsess ergab sich und wurde nach Ravensburg geführt. Die Burg Leupolz zerstörten die Wangener. Die Schmiede bekamen später besondere Ehre: Bei der Neujahrsprozession durften sie vor allen anderen Zünften gehen. Fazit: Wer Wangen heimlich überfallen will, sollte prüfen, ob die Schmiede Feierabend haben.
Quelle:
August Friedrich Pauly, Beschreibung des Oberamts Wangen, 1841; zusätzlich bestätigt die Göttinger Akademie die militärische Niederlage beim Überfall auf Wangen 1389.


