Im Jahr 1128 schreibt ein Mönch in einem Pergamentbuch den Namen Mammingin. Er sitzt im Skriptorium eines Klosters nahe der jungen Siedlung, die nach den „Leuten des Mamo“ benannt ist. Die Endung -ingen verrät ihm, was jeder Gelehrte weiß: Hier lebt eine Sippe, die ihren Ursprung in einer frühen alemannischen Gemeinschaft hat.
Jahre vergehen, Händler ziehen durch das fruchtbare Land, und der Ort wächst. In neuen Urkunden taucht der Name als Mammingun auf – ein Zeichen dafür, dass Sprache im Wandel ist, doch der Kern bleibt derselbe.
Im 13. Jahrhundert verändert sich vieles. Die Stadt gewinnt an Bedeutung, wird befestigt und erhält Marktrechte. In lateinischen Schriftstücken nennen Schreiber sie nun Memmingen civitas oder Memmingen oppidum. Latein ist die Sprache der Verwaltung, und so passt sich auch der Name an die Gelehrtenwelt an. Doch gesprochen wird weiterhin „Memmingen“.
Die Jahrhunderte ziehen vorbei, Kriege kommen und gehen, doch der Name bleibt erstaunlich stabil. Während andere Städte ihre Bezeichnungen mehrfach ändern, setzt sich Memmingen dauerhaft durch.
Heute erinnert der Name der Stadt Memmingen noch immer an ihre frühen Ursprünge – an Mamo und seine Leute, deren Siedlung vor fast neun Jahrhunderten erstmals niedergeschrieben wurde.
Quellen bestätigen:Der Name entwickelte sich von Mammingin zu Memmingen
Ursprung ist eine alemannische Siedlung („Leute des Mamo“) Die lateinischen Varianten stammen aus der Urkundensprache des Mittelalters


