Rüdlingen

Vom verschlafenen „Dörfli“ zur modernen Wohngemeinde

Rüdlingen liegt im Kanton Schaffhausen. Die Gemeinde Rüdlingen grenzt zusammen mit der Nachbargemeinde Buchberg (SH) an den Kanton Zürich und an deutsches Gebiet. Diese beiden Dörfer im südlichen Kantonsteil bilden somit eine Exklave. Die Kantonshauptstadt kann lediglich über deutsches oder zürcherisches Gebiet erreicht werden. Aus dem ehemaligen Bauern- und Fischerdorf ist eine moderne Wohngemeinde mit einer leistungsfähigen Landwirtschaft geworden. Der Rebbau prägt die Landschaft. Die Rebberge verteilen sich zwar auf über 30 Reblandbesitzer, trotzdem bestimmt der Jahreslauf der Rebe das Bild des Dorfes. Mit der Mobilität, die das Auto gebracht hat, kam Rüdlingen in die Wohnreichweite der Großstädte Zürich, Winterthur und Schaffhausen.

Kurzer Blick ins Geschichtsbuch
Der idyllische Flecken Rüdlingen ist bereits im Jahre 827 urkundlich erwähnt, d.h. etwa 400 Jahre nach seiner mutmaßlichen Gründung durch ein alemannisches Volk mit seinem Führer Hruodo, dessen Name die Siedlung bleibend bezeichnet hat. Wer zur Sippe des Hruodo gehörte, war ein „Ruodinine“, und wo sie wohnten hieß es „ze den Ruodiningung“, heute „z’Rüedlinge“. Stolz sind die Rüdlinger auf ihren Dorfkern. Konnte doch dank der Mithilfe aller Einwohner sowie einer gut gewählten Bauzone das historische Dorfbild mit seinem ganz persönlichen Charakter erhalten werden. Durch den Bau des Gemeindehauses hat der Dorfkern an Charakter gewonnen. Die darin untergebrachte Gemeindekanzlei und der Dorfladen haben dem Dorf zu einer neuen Identität verholfen. Wohlwollende Dominante setzen die Kirche und der vorgelagerte Aussichtspunkt hoch über dem Dorf, von wo die reizvolle Rheinlandschaft überblickt werden kann.

Auenschutzgebiet von europäischer Bedeutung
Der Alte Rhein bei Rüdlingen, die gegenüberliegenden Rheinufer auf Zürcher Gebiet und der Thurunterlauf bilden das größte zusammenhängende Auengebiet der Schweiz. Dynamische, vom Fluss geprägte Landschaftsräume sind extrem selten geworden. Sie werden von einer artenreichen und gefährdeten Pflanzenund Tierwelt besiedelt. Das Gebiet wurde vom Europarat als Smaragdgebiet deklariert.
Vegetation
Die Rheinkorrektion von 1897 trennte den Alten Rhein durch einen Damm teils vom Strom ab. Im Sommer überflutet der Rhein aber den Altlauf, die Untere Insel und episodisch auch die Obere Insel. Die Vegetation am Alten Rhein wird von den Wasserspiegelschwankungen und den Überflutungen des Rheines geprägt. Im Altlauf wachsen seltene Wasserpflanzen. Am Ufer stehen dichte Röhrichtsäume. Auf den jährlich überschwemmten Flächen haben sich Weichholzauen entwickelt: Silberweidenwald und Grauerlenwald. Auf Flächen, die nur alle paar Jahre überflutet werden, wächst die von Eschen dominierte Hartholzaue.

Erholung
Im Sommer lädt der Rheinlauf zum Baden und zum Verweilen ein. Kanuund Bootsfahrten bilden eine weitere Attraktion und ermöglichen die wunderschöne Rheinlandschaft in vollen Zügen zu genießen. Die Wanderwege entlang des Rheines bieten eine einmalige Gelegenheit die artenreiche Pflanzen- und Tierwelt zu beobachten. Einen weiteren Höhepunkt bildet der WWF-Biberlehrpfad, der bei der Schiffanlegestelle in Rüdlingen beginnt und bei der Tössegg endet.

Gemeindekanzlei Rüdlingen
Mitteldorf 30, CH-8455 Rüdlingen
Telefon +41 (0)44 8672111
Fax +41 (0)44 8672133
info@ruedlingen.ch
www.ruedlingen.ch