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„Wo das Gebet am Galgen endet“
Südlich von Pfaffenhausen steht heute eine stille Feldkapelle, die kaum auffällt – doch ihr Standort birgt eine düstere Erinnerung an vergangene Zeiten. Die Kapelle „Unserer Lieben Frau“, ein kleiner rechteckiger Bau mit flachbogiger Apsis und älteren Mauerteilen aus dem 17./18. Jahrhundert, wurde nicht allein als Andachtsstätte errichtet. Sie liegt am Weg zum ehemaligen Galgen, der außerhalb des Ortes stand. Dort endeten einst die Wege derer, die in harten Zeiten verurteilt worden waren.
Und historische Quellen berichten, dass diese Feldkapelle vermutlich die letzte „Büßerstätte“ war, an der Verurteilte vor ihrer Hinrichtung Halt machten – der letzte Ort, an dem sie um Vergebung beten konnten, bevor der Weg sie weiterführte zum Galgen, dem Ort ihres Todes. Wie viele Menschen dort ausgestiegen sind, erfährt man nicht mehr; doch allein der Gedanke, dass dieser unscheinbare Bau einst der letzte spirituelle Halt war, verschiebt den Blick auf das Unterallgäu: Hier berührten sich Leben, Glaube und Tod auf engstem Raum. Heute erzählt kaum jemand diese Seite der Geschichte; die Kapelle bleibt ein Denkmal – nicht nur der Frömmigkeit, sondern auch der brutalen Realität früherer Rechtspraktiken.
Quellen:
- Wikipedia/Marktpfaffenhausen – Kapelle „Unserer Lieben Frau“, am Weg zum ehemaligen Galgen, vermutlich letzte Büßerstätte der durch den Strang Hingerichteten.


