Museum Schloss Kyburg

Wer schon immer wissen wollte, wie es auf einem Ritterfest zuging, wie es der als Kindsmörderin angeklagten Cleophea Isler aus Weisslingen erging, was ein Ritter unter der Rüstung trug, wie alt und echt die Eiserne Jungfrau wirklich ist, wie im Mittelalter eine Burg gebaut wurde oder was sich der Bürgermeister von Zürich für die Reise nach Paris zum französischen König in seinen Koffer packen ließ, der sollte unbedingt das Museum Schloss Kyburg besuchen. An einem Richtertag teilnehmen oder Keller und Estrich erforschen, Gast beim Herbstfest des Landvogts sein oder sich an der Hebezange aus dem Mittelalter versuchen – in der international ausgezeichneten Ausstellung kann man spannende Erfahrungen machen.
Ein kurzer Blick ins Geschichtsbuch
Die auf einem Hügelsporn über der Töss thronende Burg wird 1027 erstmals erwähnt. Hartmann von Dillingen gelangte durch Heirat in den Besitz der Güter und der Burg, baute beides aus und nannte sich nach dem neuen Sitz Graf von Kyburg. Dieses Geschlecht wurde zur wichtigsten Adelsfamilie neben den Habsburgern und den Savoyern im Gebiet des heutigen Schweizer Mittellandes. Nach dem Tod des letzten Kyburgers 1264 sicherte sich Rudolf von Habsburg das Erbe. Nach seiner Wahl zum König sollen sogar die Reichskleinodien auf der Burg verwahrt worden sein.

Die Habsburger verlagerten ihr Interesse später nach Osten (Kärnten, Niederösterreich), so dass im 15. Jahrhundert die Stadt Zürich durch Kauf in den Besitz der Grafschaft gelangte, die sie als Landvogtei verwaltete. Bis 1798 übernahmen vornehme Zürcher Bürger jeweils für sechs Jahre auf der Kyburg die Aufgaben als Vogt, hielten Gericht und trieben die Abgaben ein.
Auf dem Schlosswall vor der Kyburg wurde 1578 ein Kraut- und Kohlgarten angelegt, der um 1800 seine barocke Gestalt erhielt. Wie früher wachsen auch jetzt wieder Kürbisse, Gurken und Rüben, Mangold und Kohl, Rosmarin und Knoblauch. Wie einst die Frau Landvögtin kann man zwischen alten Kultur- und Zierpflanzen flanieren oder sich im schattigen Gartenpavillon eine Ruhepause gönnen. Unterhalb des Schlosses an der Töss laden zahlreiche Feuerstellen zum Picknicken ein. Unter den Linden vor dem Schloss stehen sonnige und schattige Bänke zum Rasten. Im Schloss sind Picknicken und Rauchen verboten. Hunde haben keinen Zutritt. Rucksäcke und große Taschen müssen an der Kasse abgegeben werden. Ein gemütlicher Ausflug: Das Schloss Kyburg ist bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, der Bus vom S-Bahn-Knotenpunkt Effretikon fährt fast bis vors Schlosstor (Haltestelle Kyburg, Gemeindehaus). Mit dem Auto folgt man den braunen Kulturwegweisern ab der Autobahnausfahrt Effretikon. Am eindrücklichsten ist der gut einstündige Spaziergang über den Eschenberg ab Winterthur Breite auf dem alten Kyburger Fußweg, der die Stadt mit dem Schloss verbindet.

Öffnungszeiten: Winter (1. November bis 20. März): jeweils Samstag und Sonntag von 10.30 bis 16.30 Uhr; Gruppen nach Absprache auch wochentags; Sommer (21. März bis 31. Oktober): Dienstag bis Sonntag von 10.30 bis 17.30 Uhr. An Karfreitag, Ostersonntag und -montag, 1. Mai, Pfingstsonntag und -montag, 1. August und eidg. Buß- und Bettag, 2. Januar geöffnet. Weihnachten, Stephanstag, Neujahr geschlossen.

Museum Schloss Kyburg,
CH-8314 Kyburg
Telefon: +41 (0)52 2324664,
Fax: +41 (0)52 2326935
museum@schlosskyburg.ch
www.schlosskyburg.ch