Mittelalterliche Gassen und romantische Kanäle
Das Lechviertel, von den Augsburgern oft einfach „Altstadt“ genannt, begeistert mit seinen engen Gassen und Kopfsteinpflasterstraßen. Den besonderen Charme verleihen jedoch die zahlreichen kleinen Kanäle, die aus dem Wasser des Lechs gespeist werden. Diese Kanäle, Teil des UNESCO-Welterbes, geben dem Viertel eine Atmosphäre, die fast an Venedig erinnert.
Früher war das Lechviertel das pulsierende Handwerkszentrum der Stadt. Schon im Mittelalter erkannten die Augsburger das Potenzial des wilden Lechs: Am Hochablass wurde Wasser abgezweigt, das in die Stadt geleitet wurde und zahlreiche Mühlräder antrieb. Diese Mühlen waren das Rückgrat der florierenden Handwerksbetriebe. Weber, Gold- und Silberschmiede, Uhren- und Instrumentenbauer profitierten von der Wasserkraft und produzierten hochgeschätzte Waren für den europäischen Markt. Doch mit der Industrialisierung verloren viele Handwerker ihre Existenzgrundlage, und das Viertel verfiel. Überfüllte Häuser, schlechte Hygiene und Verfall prägten das Bild.

Anfang des 20. Jahrhunderts stand es sogar kurz vor dem Abriss. Doch der Zweite Weltkrieg verschonte das Lechviertel, und in den 1970er- Jahren begann eine umfassende Sanierung.
Heute entdeckt Ihr mit dem Lechviertel eines der charmantesten Stadtviertel Augsburgs. Schlendert zwischen denkmalgeschützte Fassaden und idyllischen Kanäle mit vielen Brücken umher. Während kleine Cafés, Kneipen und besondere Läden zum Stöbern und Verweilen einladen. Ein Highlight ist das Geburtshaus von Bertolt Brecht, das heute eine Gedenkstätte ist. Einen Parkplatz sucht Ihr hier vergeblich – aber das Viertel entdeckt Ihr ohnehin am besten zu Fuß. Besonders an Sommerabenden entfaltet es seinen Zauber, wenn sich die Lichter in den Kanälen spiegeln und sich die Stadt von ihrer romantischsten Seite zeigt.



