Frauenkirche Memmingen

Die Sage vom wundertätigen Marienbild

Frauenkirche Memmingen –Sie liegt zentral in der Altstadt und ist eine spätgotische Hallenkirche, die besonders für ihre Wandmalereien bekannt ist.

Im 15. Jahrhundert, als Memmingen eine wohlhabende Reichsstadt war, entstand vor den Mauern auf dem Kirchberg eine neue Marienkirche. Zeitgenössische Quellen berichten, dass sich dort bald eine Wallfahrt entwickelte. Mittelpunkt war ein Marienbild, dem wundersame Hilfe zugeschrieben wurde. Überliefert ist die Erzählung, dass eine Frau aus der Umgebung, die als schwer krank galt, zur Kirche getragen wurde. Nach innigem Gebet vor dem Marienaltar soll sich ihr Zustand gebessert haben. Die Kunde verbreitete sich rasch; Votivgaben und Stiftungen nahmen zu. Solche Berichte entsprachen der spätmittelalterlichen Frömmigkeit, in der Marienbilder als Orte besonderer Gnade galten.

Historisch belegt ist: Die Frauenkirche war im 15. Jahrhundert tatsächlich Ziel einer regionalen Wallfahrt. Mit der Einführung der Reformation in Memmingen 1524/25 wurde diese Praxis beendet; Wallfahrten und Heiligenverehrung wurden untersagt. Damit verlor auch das Marienbild seine religiöse Bedeutung. Die Geschichte vom wundertätigen Bild blieb jedoch Teil der lokalen Überlieferung und verweist bis heute auf die Zeit, als Gläubige hoffnungsvoll den Kirchberg hinaufzogen – im Vertrauen auf die Fürsprache Mariens (Überlieferung).
Hinweis: Die Frauenkirche in Memmingen war nicht immer evangelisch.