Ein gekrönter Esel regiert die Geschichte von Tussenhausen

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warum Tussenhausen dieses ungewöhnliche Wappen trägt

Im Herzen des heutigen Tussenhausen im Unterallgäu begegnet man einem Wappentier, das zunächst schmunzeln lässt: ein schwarzer, gekrönter Esel. Was auf den ersten Blick wie ein Scherz wirkt, ist tatsächlich tief in der Geschichte verankert – und heraldisch eindeutig belegt.

Der Esel ist kein Spottbild, sondern ein traditionsreiches Zeichen. Er geht zurück auf die Herren von Riedheim, ein adeliges Geschlecht, das im Mittelalter die Ortsherrschaft ausübte. In der Heraldik führte diese Familie einen Esel als Helmzier. Solche Helmzieren waren persönliche Erkennungszeichen auf Ritterhelmen und fanden später Eingang in Gemeindewappen, wenn sich Orte auf ihre historischen Herrschaftsverhältnisse beriefen.

Als Tussenhausen im 20. Jahrhundert ein eigenes Gemeindewappen festlegte, griff man bewusst auf dieses historische Symbol zurück. Der gekrönte Esel erinnert somit an die lokale Adelsherrschaft und macht ein Stück Mittelalter im heutigen Ortsbild sichtbar. Die Krone im Wappen verweist dabei auf die Bedeutung und Würde des einstigen Herrschaftszeichens. So steht der Esel nicht für Eigensinn oder Humor, sondern für Kontinuität. Gerade weil das Motiv ungewöhnlich wirkt, bleibt es im Gedächtnis – und erzählt zugleich eine quellengestützte Geschichte von Herrschaft, Heraldik und regionaler Identität in Schwaben.

Quellen:
Bayerisches Staatsministerium des Innern (Hrsg.): Kommunale Wappen in Bayern – Eintrag zum Wappen von Tussenhausen (Beschreibung und Begründung des Eselmotivs).
Haus der Bayerischen Geschichte: Datenbank „Wappen der Gemeinden Bayerns“, Gemeinde Tussenhausen.
Landkreis Unterallgäu (Hrsg.): Landkreis Unterallgäu – Geschichte und Wappen, Abschnitt zu Tussenhausen.
Siebmachers Wappenbuch: Eintrag zum Geschlecht der Herren von Riedheim (Darstellung der Helmzier mit Esel).