Dreiklanggemeinden Düns, Dünserberg, Schnifis

Die drei Vorarlberger Hanggemeinden Schnifis, Düns und Dünserberg haben sich im Rahmen von EU-geförderten Leaderprojekten zur Dreiklangregion zusammengeschlossen. Ziel dieser Projekte ist es, wichtige Impulse zur Entwicklung der drei Gemeinden als Kleinregion mit Lebensqualität zu geben. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam und im Dreiklang sind wir stark“.

Kurzer Blick ins Geschichtsbuch
Nachweislich ist das Gebiet seit dem 8. Jh. bewohnt. Davon zeugt ein alter Sippenhof, auf dem man 1952 bei Aushubarbeiten am sogenannten Gießhübel stieß. Schnifis und Düns waren längst besiedelt, als sich Einwanderer aus dem schweizerischen Wallis erstmalig im Jahr 1303 auf den Hängen des Dünserberg eine neue Heimat schafften. Eine konkrete Verbesserung der Wirtschaftslage erfuhr die Bevölkerung gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch den Einzug der StickereiIndustrie.

Regionale Produkte
Heute ist die Region für den Schnifner Bergkäse bekannt, der bei nationalen und internationalen Verkostungen schon mehrfach prämiert wurde. Der Meistersenn und sein Team verarbeiten jährlich die Milch zu insgesamt 200 Tonnen bestem Bergkäse. Die Landwirte aus Schnifis, Düns und Dünserberg liefern dazu die Milch direkt in die Sennerei. Naturverbundenheit und professionelles Arbeiten machen die Schnifner Käseprodukte zu Spezialitäten von höchster Qualität. In der Region werden auch andere Produkte hergestellt: Fleisch und Wurst, verschiedene Kräuterprodukte, geräucherte Fische, Honig, Essig und Öl, Gemüse, Süßmost, prämierte Edelbrände sowie Liköre, Massageöle, Marmeladen, Dekorationsgegenstände und vieles mehr. Die Produkte können bei den Produzenten direkt vor Ort oder bei den dörflichen Nahversorgern gekauft werden. Die Idee des vor 100 Jahren in Vergessenheit geratenen Weinanbaus wurde wieder aufgegriffen und – durch Privatpersonen initiiert – baut man seit 1987 wieder Wein an.

Freizeit und Sport
Die Dreiklang-Region eignet sich das ganze Jahr über als Ausgangs- und Zielpunkt für schöne Wanderungen. Gut markierte Wander- und Winterwanderwege sowie eigens beschilderte Themen- und Sagenwanderwege oder die Kapellenwanderung führen durch ein landschaftlich reizvolles Gebiet. Mit der Seilbahn Schnifis – Schnifisberg gelangen die Besucher in wenigen Minuten von 650 Meter auf 1.350 Meter. Direkt bei der Bergstation befindet sich der Sonnenbalkon Hensler, ein kleines Gasthaus mit traumhafter Aussicht. Beim Hensler sind meistens auch sehr viele Paragleiter anzutreffen, hier ideale thermische Flugbedingungen vorfinden. Eine Flugschule hat ihren Sitz in Schnifis.

Die Bergstation ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen unterschiedlichster Ansprüche. In knapp zwei Stunden kann der Gipfel des Hochgerach erreicht werden. Er gilt als einer der schönsten Aussichtsberge Vorarlbergs und ist Ausgangspunkt für die anspruchsvolle Walserkammtour.

Auch leichte Wanderungen zu Hütten und Almen können ab dem Hensler unternommen werden. Ein Geheimtipp ist das im Sommer bewirtschaftete Dünser Älpele direkt neben dem weithin sichtbaren Fernsehturm. Sowohl die Talstation als auch das Dünser Älpele sind mit einem öffentlichen Linienbus erreichbar. Nach der Wanderung laden mehrere Gasthäuser in der Region zum Verweilen ein, sozusagen als perfekter Tagesabschluss.

Auf Anfrage werden auch diverse Themenführungen, wie z.B. durch die Sennerei, Mostverkostung, Kutschenfahrten oder dorfgeschichtliche Wanderungen angeboten.

Öffnungszeiten Seilbahn: Sommerfahrplan: Di-So, 09:00 bis 12:00 und 13:00 bis 18:00 Uhr; Winterfahrplan: Fr-So, 10:00 bis 12:00 und 13:00 bis 17:00 Uhr;
Betrieb ebenso an Feiertagen

Wichtige Adressen und Telefonnummern
ARGE Dreiklang
Düns Haus-Nr. 11
A-6822 Düns
Tel. +43 (0)5524 23 11 16
Mobil +43 (0)660 44 93 148
info@region-dreiklang.at
www.region-dreiklang.at

Düns

Einige Gehminuten oberhalb von Schnifis liegt das malerische Dorf Düns. Die Gemeinde selbst hat 413 Einwohner (Stand 2016) und liegt auf 753 m ü.M. direkt in der Mitte des Dreiklangs. 56% der Gemeindefläche sind bewaldet. Im Jahr 842 wurde das Dorf erstmals urkundlich als „Tunia“ erwähnt. Später regierten die Gemeinde die Habsburger abwechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau). Im 19. Jh. gehörte der Ort kurz zu Bayern.

Erwähnenswert ist der geschlossene Dorfkern mit Kirche und sehenswertem Friedhof, dem Gemeindezentrum und dem „Dünser Lädele“. Im Zuge des aktuellen Leaderprojekts befasst sich eine Arbeitsgruppe intensiv mit der Neugestaltung des Zentrums. Der Bau des neuen „Dorfhus Düns“ ist für 2018 geplant. Dort werden Räumlichkeiten für den Nahversorger, ein Arztzimmer, ein Café, eine Bücherei, den Krankenpflegeverein sowie die ARGE Dreiklang geschaffen.

Wanderungen und Ausflüge
Die eiszeitlich modellierte Flysch-Hanglage mit ihren Terrassen lädt mit familienfreundlich gestalteten Wegen zu Wanderungen ein. Neben einem idyllischen Fischweiher, einem gut erhaltenen Kalkofen, einer alten Getreidemühle mit Wasserrad hat das Dorf entlang des Montanastbaches einen würdigen Althausbestand aus dem 16. Jh. Weiters zeugen 13 laufende Dorfbrunnen vom enormen Trinkwasserreichtum der Gemeinde. Kleine Handwerks- und Gastronomiebetriebe fügen sich perfekt in die funktionierende Land- und Forstwirtschaft ein. Das Ausflugsziel „Dünser Älpele“ befindet sich, obwohl im Gemeindegebiet von Dünserberg gelegen, im Besitz der Gemeinde Düns.

Dünserberg

Einer Sonnenterrasse gleich, liegt die Gemeinde Dünserberg in 850 bis 1.850 m ü.M. am Hochgerachhang. Die typische Streusiedlung umfasst ein Gebiet von 5,55 Quadratkilometern.

Die erste urkundliche Erwähnung fand Dünserberg im Jahre 1303 als „Tunsarberg“, als sich Einwanderer aus dem schweizerischen Wallis dort niederließen.

Dünserberg ist mit 155 Einwohnern (Stand 2016) nicht nur die kleinste Gemeinde der Dreiklangregion, sondern auch des gesamten Bundeslandes Vorarlberg.

Lange Zeit war die Region eine sogenannte Steuergenossenschaft, die direkt dem Gericht Feldkirch unterstellt war. In jahrhundertelangen Streitigkeiten mit den Altbesitzern gelang es der Bevölkerung von Dünserberg schließlich, die Ansprüche auf Holz und Weide durchzusetzen. Im Jahr 1879 wurde die Katastralgemeinde Dünserberg gebildet.

Wanderungen und Ausflüge
Die ruhige und sonnige Lage, die gute Luft, der herrliche Ausblick auf die gleißenden Schneefelder im Rätikon und die Gletscherhäupter der Silvretta und Verwallgruppe begeistern den Naturliebhaber und Erholungssuchenden.

Ein gut ausgebautes Mountainbike- und Wanderwegenetz, eine Seilbahn sowie ein öffentlicher Personennahverkehr, der während der Sommermonate als „Wander- und Badebus“ das Walgaubad in Nenzing mit dem Dünser Älpele verbindet, ergänzen das Freizeitangebot.

Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten mit gutbürgerlicher Küche laden die Besucher zur Stärkung und zum Verweilen ein. Nach einer herrlichen Bergtour hat die Aussicht von der Panoramaterrasse des „Luag Ahe“ schon manchem ein Freudestrahlen entlockt.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört auch der ORF-Sender mit seinem weithin sichtbaren 89 Meter hohen Sendeturm. Direkt neben dem Turm befindet sich das im Sommer bewirtschaftete Dünser Älpele. Das Gerachhaus und die Bergstation der Schnifisbergbahn sind vom Turm aus in einem kurzen Fußmarsch erreichbar.

Wohnen als Lebensgefühl
Ob man vom Arlberg kommt oder vom Bodensee – wenn man mitten im Walgau den Blick auf die sonnendurchfluteten Hänge richtet, entdeckt man ein sanft in die Hügellandschaft eingebettetes Dorf, das schon durch seine Lage zum Hinauffahren einlädt. Am Ortseingang ein Zimmereibetrieb, am Ortsende eine kleine Gewerbezone, dazwischen durch und durch dörfliche Struktur, hat sich Schnifis in den letzten Jahrzehnten zu einer lebenswerten Wohngemeinde für rund 800 Bürger entwickelt. Wohnen ist hier ein Grundgefühl, das die Gemeinde mit einer gut ausgebauten Infrastruktur zu stärken sucht. Nicht jedes Dorf dieser Größenordnung kann sich heute noch über eine Bank, ein ADEG-Geschäft, eine Postservicestelle und zwei Gastbetriebe freuen.

Das Aushängeschild von Schnifis, die Sennerei, produziert jährlich 200 Tonnen Bergkäse, welcher vielfach auch preisgekrönt ist, und stellt mit dem betriebseigenen Geschäft den zweiten Nahversorger mit durchwegs Vorarlberger Naturprodukten im Sortiment. 20 Milchlieferanten aus Düns, Dünserberg und Schnifis haben unter dem Druck der EU-Preisgestaltung das Abenteuer gewagt, sich klar zum eingeschlagenen Weg zu bekennen und den „Echten Schnifner“ selbstbewusst und eigenständig zu vermarkten.

Umgeben von Buchen- und Tannenwald hat sich Schnifis zur erneuerbaren Energie bekannt und 2004 mit einem Biomasseheizwerk, an dem alle öffentlichen Gebäude, die Sennerei und viele private Haushalte angeschlossen sind, einen vom Öl unabhängigen und umweltgerechten Weg eingeschlagen.

Die Qualität als Wohnort wird auch durch hochwertige Handwerksbetriebe und ein lebendiges Vereinsleben geprägt. Eine schöne Sportanlage mitten im Dorf mit Fußballplatz, Tennisclub, Beachvolleyball und Kinderspielplatz ist in der warmen Jahreszeit Treffpunkt für Jung und Alt.

Bekannte und berühmte Schnifner
Nicht immer war das Dorf ein so angenehmer Aufenthaltsort. Unter den Montforter Jagdberg-Grafen, die in erster Linie an ihrem eigenen Wohl interessiert waren, war das Leben der Untertanen geprägt von Leibeigenschaft, Frondienst, Armut und Sorge ums tägliche Brot.

Dennoch erblickte in dieser Zeit (1633 – 1702) der bedeutendste Barockdichter Österreichs in Schnifis das Licht der Welt: Johann Martin, der als Wanderbühnenschauspieler durch die Lande zog und nach einer schweren Krankheit geläutert als Pater Laurentius von Schnüffis unvergängliche Werke in Dichtung und Musik schuf. Seine Wurzeln in Schnifis hat auch ein anderer begnadeter Musiker mit Hang zum Experimentieren – Gerold Amann (geb. 1937).

Wenn man auf die Frage, woher man sei, antwortet: „I kumm vo Schnüfis“, so wird dies oft mit dem talwärts liegenden Schlins verwechselt. Sobald man jedoch das ehemalige Kurhotel “ Bad Schnifis“ erwähnt, ist allen Vorarlbergern der Standort des Dorfes klar: In den 1960er Jahren kannten die Vorarlberger Schnifis als Heimatort der wohl berühmtesten Köchin des Landes, Fanni Amann. Töchter aus gutem Haus wurden zum Erlernen der höheren Kochkunst ins „Schnifner Bädle“ geschickt, um am Heiratsmarkt zu punkten. Das Fanni Amann-Kochbuch ist auch heute noch ein fixer Bestandteil fast jeder Vorarlberger Küche und in Buchläden oder dem Gemeindeamt erhältlich.

Schnifis wird hauptsächlich von sonnenhungrigen Wanderfreunden besucht, die die zahlreichen Wander- und Spaziermöglichkeiten rund um die Dreiklang-Gemeinden genießen, gerne auch das nostalgische „Schnüfner Bähnle“ (Seilbahn von 650 auf 1350 m) benutzen, um von der Bergstation Hensler aus, Touren zum Hochgerach und Walserkamm zu unternehmen oder mit der Familie den Sagenrundwanderweg und die kleinen Wirtschaften am Weg zu genießen. Für Paragleiter und Deltaflieger ist der Schnifisberg ein Fliegerparadies erster Güte mit eigener Flugschule (www.fca.at).

Schnifis nur als Eingangstor ins Große Walsertal zu sehen und einfach durchzufahren wäre wirklich schade.