Drei Katastrophen – Kleinwalsertal, Iller, Aitrang

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Katastrophen, die das Allgäu erschütterten

Der Winter lag schwer über dem Allgäu, als am 11. Februar 1951 im Kleinwalsertal die Berge zum Leben erwachten. Eine Lawine riss Häuser und Menschen mit sich – etwa 20 verloren ihr Leben. Die Stille danach war bedrückend, als hätte die Natur selbst den Atem angehalten.

Nur wenige Jahre später, am 3. Juni 1957, tobte die Iller bei Kempten. Fünfzehn junge Soldaten wateten während einer Übung ins Wasser. Die Strömung war stärker als jeder Befehl – sie wurden mitgerissen, einer nach dem anderen. Zurück blieb ein Fluss, der seine Opfer schweigend weitertrug.

Dann, am 9. Februar 1971, durchbrach ein lauter Knall die Ruhe bei Aitrang. Ein Schnellzug entgleiste auf vereister Strecke. Sekunden später raste ein Gegenzug in die Trümmer. 28 Menschen starben, 42 wurden verletzt. Sirenen heulten durch die kalte Luft, während Helfer verzweifelt zwischen zerborstenen Waggons suchten.

Drei Unglücke, drei Orte – Kleinwalsertal, Iller, Aitrang. Und doch verbindet sie etwas: die plötzliche Gewalt, die aus Alltag Katastrophe machte. Bis heute erzählen die Menschen im Allgäu davon – leise, aber mit dem Wissen, wie schnell sich alles ändern kann.