Die Sammlung Oskar Reinhart Winterthur

«Am Römerholz»

Die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz » in Winterthur gehört zu den bedeutendsten Privatsammlungen des 20. Jahrhunderts. Mit hohem ästhetischem Qualitätsanspruch sammelte Oskar Reinhart (1885–1965) Meisterwerke der europäischen Kunst vom 14. bis zum frühen 20. Jahrhundert. Er legte dabei den Akzent auf die französische Kunst des 19. Jahrhunderts, insbesondere aber auf den Impressionismus. Diesen Sammlungsschwerpunkt ergänzte er durch einzelne Beispiele älterer Malerei.

1924 bezog Oskar Reinhart die durch den Genfer Architekten Maurice Turrettini zwischen 1915-1918 erbaute Villa am Römerholz. Ein Jahr später beauftragte er denselben Architekten mit dem Anbau einer kleinen Gemäldegalerie. Den Gebäudekomplex mitsamt den Beständen, die heutige Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», vermachte er der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die exquisite und sehr konzentrierte Sammlung verbindet sich mit dem besonderen architektonischen Rahmen einer Villa mit anschliessender Gemäldegalerie und der historischen Parkanlage zu einem kleinen Gesamtkunstwerk. Zum heutigen Ensemble gehört auch ein Café, das den Kunstgenuss mit Gaumenfreuden abrundet.

Das Konzept der Sammlung
Die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz » ist ein Konzentrat von Spitzenleistungen der europäischen Kunst. Ausgehend von einem wichtigen Bestand impressionistischer Kunst spannt sich der Bogen zurück über die französischen Realisten, Romantiker und Neoklassizisten bis zu den Alten Meistern. Cranach, P. Bruegel d. Ä. und Goya sind ebenso vertreten wie Daumier, Renoir und Cézanne, Künstler, die den eigenen Bestand der Kunst des 19. Jh.s massgeblich bestimmen. Aus der Generation der Postimpressionisten haben vor allem diejenigen Protagonisten Eingang in die Sammlung gefunden, die wie van Gogh dem Impressionismus in besonderer Weise verpflichtet waren.

Werke späterer Künstler aus dem 20. Jahrhundert sind die Ausnahme. Das Profil der Sammlung spiegelt Oskar Reinharts Kunstverständnis wieder, das von der Begeisterung für den französischen Impressionismus geprägt war, in dessen Fest aus Farbe und Licht er für sich das Mass allen künstlerischen Strebens erkannte. Oskar Reinharts Anliegen waren grosse Künstlerpersönlichkeiten und nicht die Epochen der Kunst. Er war stets bestrebt, die besten erreichbaren Werke eines ihn interessierenden Künstlers zu erwerben.

Die Architektur im Wandel der Zeit
Die Anpassung der Villa an museale Bedürfnisse nach dem Tod Oskar Reinharts führte in den späten sechziger Jahren zu einer grundlegenden Veränderung der ursprünglichen Architektur, insbesondere des Wohnhauses. Das Architekturbüro Gigon/Guyer Architekten in Zürich, dem die Schweizerische Eidgenossenschaft die Renovierung des Gebäudekomplexes in den Jahren 1997–98 anvertraute, stellte dem ersten Umbau zum Opfer gefallene Elemente wieder her. Das Gebäude gewann dadurch seinen ursprünglichen Wohnhauscharakter zurück, zudem wurde die Ausstellungsfläche durch einen Anbau erweitert. Der Umbau von 2009/2010, durchgeführt von einem Planungsteam unter der Leitung von P&B Architekten in Winterthur, konzentrierte sich hingegen auf die Weiterentwicklung der Museumstechnik und auf einige Änderungen im Bereich der Infrastruktur. So ermöglicht die Einrichtung einer neuen Kinderwerkstatt eine zeitgemässe und multimediale Kunstvermittlung.

Öffnungszeiten Museum: Mo geschlossen. Di bis So 10 -17 Uhr, Mi 10-20 Uhr. Öffnungszeiten Café „Am Römerholz“ Mo geschlossen. Di bis So 10 bis17 Uhr, Mi 10 bis 21 Uhr, Sa 10 bis 23 Uhr. Patrice Salamin, Tel. + 41 (0)52 269 27 43 Eintritt: CHF 9/12 CHF Kinder/Jugendliche bis 16 Jahre frei. Führungen: www.roemerholz.ch Bus: Museumsbus, Am Bahnhof SBB Sektor G, jeweils 15 Minuten vor der vollen Stunde

Sammlung Oskar Reinhart
„Am Römerholz“
Haldenstr. 95, CH-8400 Winterthur
Tel. +41 (0)52 269 27 40 (Information)
Tel. +41 (0)52 269 27 41 (Sekretariat und
Direktion), Fax +41 27 44
sor@bak.admin.ch, www.roemerholz.ch