Die Geschichte des Stadtwappens von Memmingen

Die Entstehung des Stadtwappens von Memmingen reicht bis ins hohe Mittelalter zurück und ist durch Münz- und Siegelquellen gut belegt. Bereits um 1180 erscheint auf in Memmingen geprägten Münzen ein Kreuz als Zeichen des Marktes und des gewährten Marktfriedens. Ab 1191 findet sich auf weiteren Prägungen der Adler, ein klassisches Symbol königlicher und kaiserlicher Gewalt. Diese frühen Darstellungen gelten als Vorformen des späteren Stadtwappens.

Eine gesicherte Grundlage erhält das Wappen durch die Stadtsiegel. Die Führung eines eigenen Siegels ist für Memmingen 1270 urkundlich belegt, der älteste erhaltene Siegelabdruck stammt aus dem Jahr 1286. Auf diesen Siegeln erscheinen bereits die beiden zentralen Symbole Adler und Kreuz, womit Memmingen spätestens im späten 13. Jahrhundert über ein gefestigtes städtisches Hoheitszeichen verfügte. Das heutige Wappen zeigt heraldisch einen gespaltenen Schild: vorne in Gold einen halben schwarzen Adler mit roter Bewehrung, hinten in Silber ein rotes Kreuz. Der Adler verweist auf die Stellung Memmingens als Freie Reichsstadt, das Kreuz symbolisiert Marktfrieden und Rechtssicherheit. Seit dem 16. Jahrhundert ist diese Anordnung verbindlich; die Stadtfarben Schwarz–Rot–Weiß sind seit 1488 überliefert.