eine lohnende Entdeckung
Der Kanton Thurgau stellt in vielerlei Hinsicht eine Entdeckung dar. In der Nordostecke der Schweiz, an den Ufern von Bodensee und Rhein, ist die Lebens- und Wohnqualität hoch, das Preisniveau moderat, die Wege zwischen Bürgern, Wirtschaft und Verwaltung kurz und die Landschaft trotz Bautätigkeit in den Zentren offen und reizvoll.
Was vor hundertfünfzig Jahren der siebzehnjährige Weinfelder Seminarist Johann Ulrich Bornhauser im Thurgauerlied besang, gilt noch heute: Die landschaftliche Schönheit des Thurgaus entzückt Bewohner und Besucher gleichermaßen. Thurgauerinnen und Thurgauer leben dort, wo andere Ferien machen. Über 62 Kilometer Uferlinie an Bodensee und Rhein sowie nahezu 600 Meter Höhendifferenz prägen die Thurgauer Landschaft. Im südlichen Hinterthurgau dominieren die waldreichen Hügelzüge der Voralpen, in der Mitte des Kantons öffnet der Lauf der Thur eine Ebene für überschaubare Städte und Dörfer sowie für die Hauptverkehrsachsen von Bahn und Straße in west-östlicher Richtung. Dann folgt die idyllische, dünn besiedelte Landschaft des Seerückens, bereits Ausblicke in die Alpen und den Bodensee frei gebend, bevor sie, im Westen dramatisch, im Osten sanft, auf dessen Ufer absinkt.

Vielfältige kulturelle Erlebnisse
Dem Besucher ermöglicht der Thurgau neben dem Genießen der Landschaft vielfältige kulturelle Erlebnisse. Urbane und ländliche Regionen liegen nahe beieinander, ergänzen sich und bilden einen reizvollen Kontrast. Die historischen Altstädte der fachwerkgeschmückten Städtchen – die flächenmäßig größte in Diessenhofen, die am ursprünglichsten erhaltene und 1987 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnete in Bischofszell – reflektieren ebenso wie die vielen Burgen und Schlösser die Geschichte. Während rund vier Jahrhunderten war der Thurgau Untertanengebiet der Eidgenossenschaft. 1803 wurde er, zusammen mit den übrigen Mediationskantonen Aargau, Graubünden, St. Gallen, Tessin und Waadt in die Freiheit entlassen.

Lebendige Geschichte in Burgen, Schlössern und Museen
Beim Besuch der Burgen und Schlösser wird die vielfältige Geschichte lebendig. Fünf Schlösser allein hat das Dörfchen Salenstein zu bieten, hoch über dem idyllischen Untersee in einer Landschaft von besonderem Reiz. Das berühmteste ist das Schloss Arenenberg, in dem Louis Napoleon III., der letzte Kaiser Frankreichs, zusammen mit seiner Mutter Hortense de Beauharnais, Adoptivtochter und Schwägerin Napoleons I., seine prägenden Jugendjahre erlebte. Seine Frau Eugénie schenkte das Schloss 1906 dem Kanton Thurgau mit der Auflage, es als Museum zu erhalten. Schloss und Park Arenenberg mit dem Napoleonmuseum gelten heute als ein Gesamtkunstwerk von europäischem Rang. Vom bezaubernden Anwesen aus, das ursprünglich einer Konstanzer Patrizier-Familie als Feriensitz diente, lassen sich die wohl schönsten Sonnenuntergänge am Bodensee erleben.
Überhaupt erwarten die Besucher im Thurgau eine Fülle von attraktiven Museen, wie beispielsweise das Seemuseum, das Kutschen-, Nähmaschinen- und Puppenmuseum oder das schweizweit einzige Schulmuseum in Amriswil. Der Kanton selber unterhält neben dem Napoleonmuseum weitere sehenswerte Ausstellungen in Frauenfeld: das Historische Museum im Schloss, das Naturmuseum Thurgau neben dem Museum für Archäologie in der Altstadt sowie das Kunstmuseum in der nahen Kartause Ittingen.

Über ein Dutzend ehemalige Klöster
Kulturelle Höhepunkte stellen auch die über ein Dutzend Klöster der «Sakrallandschaft Thurgau» dar. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom jungen Kanton vorab aus wirtschaftlichen Gründen aufgehoben, sind sie heute mehrheitlich vorbildlich renoviert und dienen als Kliniken, Hotelbetriebe oder Forschungsanstalten. Die von Frauenfeld aus leicht erreichbare Kartause Ittingen gehört mit ihrer Ausstrahlung in kultureller, spiritueller und kulturgeschichtlicher Hinsicht zu den Klosteranlagen von gesamteuropäischer Bedeutung. Der sorgfältig restaurierte Klosterbezirk mit der einmaligen Barockkirche und die erhalten gebliebenen Mönchshäuschen zählen zu den wichtigen Zeugen Bodenseeraum. Das in der Kartause domizilierte Kunstmuseum Thurgau betreut die kantonale Kunstsammlung und profiliert sich mit Ausstellungen von zeitgenössischen Künstlern aus aller Welt.

Kloster Fischingen wieder belebt
Seit 1977 ist das Kloster Fischingen im Hinterthurgau wieder belebt. Rund ein halbes Dutzend Benediktiner Mönche folgen den Regeln ihres Ordens und betreiben ein Bildungshaus. Während der Woche stehen die prächtigen Gebäude am Pilgerweg nach Santiago de Compostella allen Kreisen für die Durchführung von Gastkursen offen. Neben der Abgeschiedenheit in den Hügeln der Voralpen besticht die Anlage durch die frisch restaurierte Klosterkirche mit der Kapelle der heilligen Idda, ein hochbarocker Bau, der weit herum seinesgleichen sucht.

Sanfter Tourismus
Die Landschaft des Thurgaus eignet sich hervorragend zum Wandern, Fahrradfahren und Inlineskaten. Im Zentrum steht ein sanfter Tourismus, der die Umwelt nicht zerstört und keine Massen anlockt. Ein gut beschildertes Wanderwegnetz von 1000 Kilometern Länge führt durch die abwechslungsreiche Landschaft, vorbei an Sehenswürdigkeiten, aber auch durch verträumte Dörfer und Weiler. Der älteste und berühmteste Wanderweg ist der «Schwabenweg», auf dem schon im Mittelalter Pilger von Süddeutschland über Konstanz durch den Thurgau zogen. Heute führt der Thurgauer Rundwanderweg in 24 Etappen durch sämtliche Regionen des Kantons.

Paradies für Radfahrer und Skater
Ebenso abwechslungsreiche Routen lassen sich auf den 900 Kilometern markierten Radwegen auf Nebensträsschen und landwirtschaftlichen Nutzwegen erleben. Sei es entlang des Bodensees, wo es an schönen Tagen schon einmal etwas eng werden kann, oder auf der Geo-Radroute quer durch den Kanton, die auf den Spuren verschwundener Gletscher, Flüsse und Seen auch an Spitzentagen viel Freiraum bietet. Über das «Velo-Erlebnis Thurgau» informiert eine spezielle Broschüre, welche die nationalen, kantonalen und regionalen Routen detailliert auflistet.
Wegen der sanften Hügel, aber auch wegen des gut ausgebauten, geteerten Wegnetzes gilt die Bodenseeregion schon lange als beliebtes Ausflugsziel für Inline-Skater. Unter dem Namen «Skater’s Paradise» wurden am südlichen Bodenseeufer im Jahr 2003 die ersten offiziell beschilderten Skater Routen der Schweiz eingeweiht. Der knapp 40 Kilometer lange «Lake Trail» führt von Konstanz/Kreuzlingen entlang des Bodensees und ist besonders für Familien – auch mit Kinderwagen – geeignet. Da die Strecke viele Bahnhöfe passiert, kann man jederzeit bequem zurück zum Ausgangspunkt gelangen. Auf einem Rundkurs und etwas hügeliger verläuft der 30 Kilometer lange «Apple Trail» durch das klassische «Mostindien».

Gastronomische Höhepunkte
Vollends zum Schlaraffenland machen den Thurgau die vielfältigen gastronomischen Betriebe. Die Region am Bodensee weist eine rekordverdächtige Dichte von hoch benoteten Esstempeln auf. Aber auch gemütliche Landbeizli, Hoflädeli, Direktvermarkter, Weingüter und Weinkellereien laden zum Geniessen ein. Der Schlüssel zum Erfolg sind durchwegs die Frische der Produkte und ein Preis-Leistungs-Verhältnis, wie man es in urbanen Zentren kaum mehr findet.

Geheimtipp für Ansiedlung von Unternehmen
Der Kanton Thurgau mit seinen kurzen Wegen, optimal verbunden mit der aufstrebenden Euregio Bodensee, ist aber auch ein Geheimtipp für die Ansiedlung von Unternehmen. Der Thurgau bietet ähnliche Vorteile wie die Schweizer Metropole Zürich – aber zu vorteilhafteren Konditionen. Auf dem Weg vom Agrar- zum Industriekanton hat der Thurgau in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen. Erfolgsfaktoren dazu sind die hervorragenden Rahmenbedingungen und das wirtschaftsfreundliche Klima: tiefe Steuern, rasche Verkehrsverbindungen zum internationalen Flughafen und dem Wirtschaftsraum Zürich sowie zum deutschen Ausland, eine effiziente, kostengünstige Verwaltung und eine qualitativ herausragende Bildungslandschaft.
In der Folge hat der Thurgau in den letzten Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum erzielt. Der Ausbau oder die erfolgreiche Ansiedlung von wertschöpfungsintensiven Branchen mit Wachstumspotential aus der Kunststoff-, der Maschinen- sowie der Fahrzeug- und Elektroindustrie sprechen eine deutliche Sprache. Insgesamt präsentiert sich der Thurgau nach wie vor als typischer Standort für kleine und mittlere Unternehmen: 88 Prozent der Betriebe beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. Daneben gibt es einige größere exportorientierte Unternehmen, welche die Thurgauer Innovationskraft und Qualität in die ganze Welt hinaus tragen.
Boomregion Kreuzlingen
Europa wächst an den Grenzen zusammen: Seit einigen Jahren haben sich die Region Kreuzlingen und die umliegenden Seegemeinden zu einem Zentrum des Booms entwickelt. Attraktiv sind die Lage am See und die unmittelbare Nähe zur Großstadt Konstanz. Die Ansiedlung von Unternehmen und Personen aus dem deutschen Raum macht inzwischen den Hauptteil des Zuwachses aus. Angesichts der sich öffnenden Grenzen hat sich der einst vermeintliche Nachteil des Thurgaus, seine Grenzlage, zu einem Vorteil verwandelt. Dass die Grenzen nicht mehr trennen, bewies auch ein symbolischer Akt der Stadtoberen von Konstanz und Kreuzlingen: Am 16. August 2006 schnitten sie den Grenzzaun am See entzwei und eröffneten die bisher weltweit einzige «Kunstgrenze»: 22 Skulpturen des Konstanzer Künstlers Johannes Dörflinger markieren seither die Staatsgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

Umweltschonende Mobilität
Durch ein dichtes und leistungsfähiges Straßen- und Schienennetz ist der Thurgau optimal erschlossen und mit den umliegenden Wirtschaftsräumen vernetzt. Vor allem der Hinterthurgau sowie der Raum Kreuzlingen haben durch den Anschluss an die Nationalstraßen A1 respektive A7 profitiert. Besonderen Wert legt der Thurgau auf eine umweltschonende Mobilität. Aus diesem Grund wurden die Angebote des öffentlichen Verkehrs in den letzten Jahren stark ausgebaut. So stiegen die Leistungen der Bahn- und Busunternehmen zwischen 1999 und 2008 um über 35 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Reisenden um 46 Prozent auf 27 Millionen. Ein dichtes Bahn- und Busnetz von über 800 Kilometern Länge mit knapp 900 Haltestellen bietet heute eine umweltgerechte Mobilität quasi ab der Haustür.
Zwei Schnellzuglinien, die eine ab Romanshorn, die andere ab Konstanz/ Kreuzlingen, stellen zusammen mit dem dichten Regionalverkehr sicher, dass zwei Drittel der thurgauischen Bevölkerung im Halbstundentakt mit dem Wirtschaftsraum Zürich verbunden ist. Seit Dezember 2007 bietet auch die S8 eine umsteigfreie Verbindung insbesondere in den nördlichen Raum der Wirtschaftsmetropole.
Entdeckungsfahrten mit «Thurbo»
Mit der in Kreuzlingen beheimateten Regionalbahn Thurbo, an welcher der Kanton mit zehn Prozent beteiligt ist und deren Fahrzeuge vom rasch wachsenden Unternehmen Stadler Rail AG in Bussnang gefertigt werden, lässt sich das Freizeitparadies Thurgau auf entspannte Weise entdecken. Eine der schönsten Strecken ist die Seelinie von Schaffhausen über Stein am Rhein, Kreuzlingen, Romanshorn bis Rorschach. Die Reise lässt sich jederzeit für einen Besuch der zahlreichen Sehenswürdigkeiten unterbrechen, die entlang der Seelinie wie Perlen an einer Kette aufgereiht sind.

Vernetzter Bildungsraum Thurgau
Ebenso facettenreich ist die Bildungslandschaft Thurgau. Seit Herbst 2003 verfügt der Kanton über eine eigene Hochschule. Die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) führt in Kreuzlingen die über 175-jährige Tradition in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung fort und bildet Lehrpersonen für alle Bildungsstufen vom Kindergarten bis zum Gymnasium aus. Weitere vier Universitäten und fünf Fachhochschulen sind in weniger als einer Stunde von der Kantonshauptstadt aus erreichbar. Mit ihnen pflegt der Thurgau eine intensive Zusammenarbeit bis hin zur Mitträgerschaft. Mit gemeinsamen Studiengängen und partnerschaftlichen Forschungsprojekten ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der PHTG und der Universität Konstanz besonders ausgeprägt. Ebenfalls in Kreuzlingen angesiedelt ist die «International School Kreuzlingen / Konstanz», die Schulbildung vom Kindergarten bis zur Sekundarschulstufe in englischer Sprache anbietet.
Zentrum der Forschung
Neben der Bildung ist der Grenzraum Kreuzlingen-Konstanz auch ein Zentrum der Forschung: In Kooperation mit den beiden Konstanzer Hochschulen hat der Kanton über eine Stiftung drei wissenschaftliche Forschungseinrichtungen aufgebaut, die auch vom Bund unterstützt werden: das Biotechnologie-Institut Thurgau (BITg) und das Thurgauer Wirtschafts- Institut (TWI) in Kreuzlingen sowie das Institut für Werkstoffsystemtechnik Thurgau (WITg) im benachbarten Tägerwilen. In Zusammenarbeit mit den bereits bestehenden Technologieunternehmen sollen so die Entwicklung und die Anwendung von Innovationen in der Thurgauer Wirtschaft gefördert werden.
Thurgau Tourismus
Egelmoosstrasse 1
CH-8580 Amriswil,
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Fax +41 (0)71 414 11 45
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Wirtschaftsförderung des Kantons Thurgau
Zürcherstrasse 183
CH-8510 Frauenfeld
Telefon +41 (0)52 724 26 44
Fax +41 (0)52 724 26 37
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Industrie- und Handelskammer Thurgau
Schmidstrasse 9
CH-8570 Weinfelden
Telefon +41 (0)71 622 19 19
Fax +41 (0)71 622 62 57
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info@ihk-thurgau.ch
Thurgauer Gewerbeverband
Thomas-Bornhauser-Strasse 14
CH-8570 Weinfelden
Telefon +41 (0)71 622 30 22
Fax +41 (0)71 622 30 46
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info@tgv.ch
AgroMarketing Thurgau
Egelmoosstrasse 1
CH-8580 Amriswil
Telefon +41 (0)71 410 28 64
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info@agro-marketing.ch
Kanton Thurgau Informationsdienst
Regierungsgebäude
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Fax +41 (0)52 724 29 10
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