Stadt Augsburg

Rathaus und Perlachturm (Augsburg)
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Die kreisfreie Universitätsstadt Augsburg (rund 300.000 Einwohner) gehört als drittgrößte Stadt Bayerns zu den drei bayerischen Metropolen.

Die Stadt liegt an den drei Flüssen Lech, Wertach und Singold und wird geprägt durch das weit verzweigte künstliche Bach- und Kanalsystem. Die zahlreichen Kanäle vor allem im Lechviertel in der Altstadt werden von rund 500 Brücken überspannt.

Augsburg ist bekannt durch seine reiche Geschichte als Freie Reichsstadt, durch die berühmten Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser zur Zeit der Renaissance und durch weitere bedeutende Söhne der Stadt wie Leopold Mozart und Bertolt Brecht.

Augsburg ist die einzige deutsche Stadt mit einem eigenen Feiertag, dem Augsburger Hohen Friedensfest am 8. August. Sie hat damit die größte Anzahl der gesetzlichen Feiertage in Deutschland.

Durch das reiche Kulturangebot, die abwechslungsreiche Gastronomie für jeden Geschmack und die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten ist Augsburg ein beliebtes Ausflugsziel und verzeichnet zahlreiche Besucher. Für Gäste stehen eine Reihe von Unterkünften für jeden Geldbeutel in Hotels und Privatquartieren zur Verfügung.

Kanäle am Brechthaus (Augsburg)

Kurzer Blick ins Geschichtsbuch

Augsburg wurde 15 v. Chr. als römisches Legionslager gegründet und gehört zu den ältesten Städten in Deutschland. 1156 erhielt Augsburg durch Kaiser Friedrich Barbarossa das Stadtrecht, das 1276 durch die Reichsunmittelbarkeit erweitert wurde.

Durch die zentrale Lage an den alten Fernstraßen wie die Via Claudia Augusta entwickelte sich Augsburg zu einer bedeutenden Handelsstadt.

Patrizierfamilien wie die weithin bekannten Fugger übernahmen zunehmend die Herrschaft über die Stadt und pflegten weit reichende Handelsbeziehungen.

Fuggerstraße

Die 2019 zum 500. Todestag von Kaiser Maximilian neu eingerichtete Kulturreiseroute „Europäische Fuggerstraße“ führt von der Slowakei über Hall, Schwaz und Sterzing in Tirol und das Allgäu bis nach Augsburg.

Hier kann man an verschiedenen Stationen viel Interessantes über die Montangeschichte der Fuggerzeit in Erzstollen, Bergwerkslehrpfaden und Hammerwerken erfahren.

Der sagenhafte Reichtum der Fuggerfamilie stammte aus den Geschäften im Bergbau und Metallhandel. Die Familie verdiente an Kupfer, Silber, Blei, Quecksilber, Gold, Eisen, Zinn und Zink, Bronze und Messing und errichtete an vielen Stellen Abbaustätten, Hüttenwerke und Handelsniederlassungen.

Der erwirtschaftete Reichtum wurde teilweise in Kunstschätze investiert, die man heute in Augsburg bewundern kann.

UNESCO-Welterbe mit dem Augsburger Wassermanagement-System

Seit dem 6. Juli 2019 gehört das Augsburger Wassermanagement-System mit seinen Kanälen, Wasserwerken, Wassertürmen und Strom erzeugenden Wasserkraftwerken zu den Orten des UNESCO-Welterbes.

Auf der Liste der 22 Denkmäler der wasserreichen Welterbestätte mit dem 88,6 Kilometer langen Kanalsystem an den Flüssen Lech und Wertach stehen neben den drei einzigartigen, prächtigen Renaissancebrunnen Augustusbrunnen, Merkurbrunnen und Herkulesbrunnen in der Maximilianstraße auch drei ab 1901 erbaute Wasserkraftwerke.

Die Stromerzeugung erklärt das Lechmuseum in Langweid im 1907 errichteten Wasserkraftwerk am Nördlichen Lechkanal.

Einige Orte des Welterbes sind in einer Broschüre der Regio Augsburg Tourismus GmbH verzeichnet, in der man auch Termine zu Führungen findet.

Augsburger Wassersystem Unesco Welterbe Logo

Zu den sehenswerten Objekten gehören:

Der Große und der Kleine Wasserturm im Wasserwerk am Roten Tor mit Ursprüngen aus dem 15. Jahrhundert kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

29 Lechkanäle mit einer Gesamtlänge von 77 Kilometern ziehen sich durch das Stadtgebiet. Im Ulrichs- und Lechviertel kann man vier Kanälen auf verschiedenen interessanten Wegen folgen.

In der Schwibbogengasse kann man das große Schauwasserrad am Schwallech als Technikdenkmal für die zahlreichen Wasserräder in der Stadt bewundern, die in früheren Zeiten Mühlen und Hammerwerke antrieben.

Lohnend ist auch ein Spaziergang im Stadtwald auf den Wanderwegen entlang der Quellbäche und Lechkanäle. An der olympischen Kanuslalomstrecke im Eiskanal kann man Kanusportlern beim Training zuschauen.

In der Toskanischen Säulenhalle des Augsburger Zeughauses kann man die Dauerausstellung „Römerlager. Das römische Augsburg“ mit Grabungsfunden aus der Römerzeit besuchen.

Zu sehen sind unter anderem Reste einer römischen Floßlände am Lech. Das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg in der Provinostraße thematisiert in seiner Ausstellung auch die Rolle der Kanäle bei der frühen Industrialisierung der Stadt.

In der Modellkammer des Maximilianmuseums sind Entwurfs- und Erinnerungsmodelle ausgestellt, die die Stadt Augsburg seit der Renaissance von wichtigen Bauprojekten gesammelt hat.

Im Rathaus richtete 1620 Stadtwerkmeister Elias Holl den Raum über dem Goldenen Saal als städtische Modellkammer ein. Auf seine Veranlassung wurde auch bautechnische Modelle gesammelt. Der Rat ergänzte die Sammlung mit Meisterstücken Augsburger Kistler und Zimmerleute.

Die Modellkammer enthielt schließlich auch eine Vielzahl mechanischer und hydraulischer Modelle. Die Modellkammer wurde im 20. Jahrhundert an das Maximilianmuseum abgegeben. Ihr stadt- und kulturgeschichtlich bedeutender Bestand ist heute weltweit ohne Parallele. Sie ist national wertvolles Kulturgut.

Augsburg hautnah erleben

Sehenswürdigkeiten in Augsburg

In der weitläufigen Augsburger Altstadt, die von einer teilweise noch gut erhaltenen Stadtmauer mit großen Wehranlagen und Türmen umgeben ist, findet man eine Fülle von kulturhistorisch bedeutenden Gebäuden aus verschiedenen Epochen.

Zu den Sakralbauten des Mittelalters, die noch heute das Stadtbild prägen, gehört der Dom Mariä Heimsuchung aus dem 10. Jahrhundert mit einzigartigen Beispielen romanischer Glasmalerei, figurenreichen Portalen und Tafelbildern von Hans Holbein.

Eine weitere bedeutende Kirche aus dieser Zeit ist die katholische Stadtkirche St. Ulrich und Afra mit Ursprüngen aus dem 8. Jahrhundert, die seit 1937 Päpstliche Basilika in Augsburg ist. Sie gehört zu den letzten großen spätgotischen Kirchenbauten in Schwaben. Die reiche Innenausstattung beeindruckt mit einer Kreuzigungsgruppe, 15 Kreuzwegstationen und drei riesigen Barockaltären.

Aus der Blütezeit der Stadt in der Renaissance, als Augsburg eines der kulturellen Zentren in Mitteleuropa war und hier Künstler wie Hans Holbein der Ältere und Hans Burgkmair der Ältere wirkten, stammen zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

Das 1620 erbaute Rathaus mit dem Perlachturm, Wahrzeichen der Stadt, gilt als der bedeutendste Profanbau der Renaissance nördlich der Alpen. Lohnend ist die Besichtigung des Goldenen Saals.

Die Fuggerhäuser in der Maximilianstraße mit vier Innenhöfen im Stil der italienischen Renaissance wurden 1515 als Residenz der Familie der Fugger erbaut. Hier entstand mit der Fuggerei die älteste noch heute genutzte Sozialsiedlung der Welt mit 142 Wohnungen in 67 Häusern.

Augsburg evangelische Hauptkirche St. Anna ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Kunsthistorisch herausragend ist die 1518 geweihte Fuggerkapelle als erstes kirchliches Bauwerk der Renaissance in Bayern und die mit gotischen Fresken geschmückte Goldschmiedekapelle. In der Kirche ist auch ein Porträt Martin Luthers aus der Werkstatt von Lukas Cranach zu sehen.

Die Stadt ist auch reich an Bauten aus der Barock- und Rokokozeit. Hierzu gehören die Kirchen Heilig Kreuz, St. Michael und St. Margareth, die Bischöfliche Residenz und das Reichsstädtische Kaufhaus.

Die Teilnahme an einer der Stadtführungen, die von der Regio Augsburg Tourismus GmbH angeboten werden, lohnt sich.

Wassertürme am roten Tor (Augsburg)

Augsburger Museen

Die reiche Museumslandschaft Augsburg bietet eine große Vielfalt an interessanten Ausstellungen.

Das Lettl Museum für surreale Kunst wurde 2019 zum 100. Geburtstag des 2008 verstorbenen Augsburger Surrealisten Wolfgang Lettl eröffnet. Es zeigt über 500 Werke des Künstlers, die er der Stadt hinterlassen hat.

Lohnend ist auch der Besuch des Maximilianmuseums am Fuggerplatz im historischen Zentrum von Augsburg, das 1855 in den zwei Stadtpalästen der Augsburger Kaufleutedynastien errichtet und nach dem bayerischen König Maximilian II. benannt wurde.

Es beherbergt neben der Modellkammer eine umfangreiche kunsthistorische Sammlung sowie zahlreiche Exponate zur Geschichte der Reichsstadt Augsburg vom Mittelalter bis zur Mediatisierung von Bayern im Jahr 1805.

Als Stammhaus der Kunstsammlungen und Museen Augsburgs bietet es eine einzigartige Fülle an herausragenden Werken der Goldschmiedekunst, der Bronzekunst der Spätrenaissance, an wissenschaftlichen Instrumenten, Uhren und Automaten, an historischen Modellen sowie stadtgeschichtlichen und kunstgewerblichen Objekten.

Sie alle stammen aus reichsstädtischer Zeit, als Augsburg die Kunstmetropole Deutschlands war. Das Haus erhielt 2007 den Bayerischen Museumspreis.

Das Diözeanmuseum beim Dom präsentiert wertvolle Kunstschätze wie die Gewänder des heiligen Ulrich, Waffen Karls V. und Augsburger Silber.

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum im prächtigen Renaissancebau des „Wieselhauses“ zeigt in einer interaktiven Ausstellung die Wirtschaftsgeschichte aus Augsburgs Blütezeit.

In der Synagoge in der Halderstraße ist das jüdische Museum untergebracht.

Im prachtvoll ausgestatteten Schaezlerpalais kann man den Rokokofestsaal und die Kunstsammlung der Deutschen Barockgalerie besichtigen. Der Weg durch den Palast führt zur Staatsgalerie mit Werken der altdeutschen Meister Dürer, Cranach d.Ä. und Holbein d.Ä.

Das Kunstmuseum Walter ist im Glaspalast, einem Industriedenkmal aus Eisen, Beton und Glas untergebracht. Es präsentiert über 600 Werke moderner Kunst.

Unbedingt zu empfehlen ist der Besuch des liebevoll gestalteten Puppentheatermuseums in der berühmten Augsburger Puppenkiste.

Im Brechthaus, dem Geburtshaus des berühmten Augsburger Dichters in der Straße Auf dem Rain sind sein Leben und Werk mit Exponaten dokumentiert.

Im Mozarthaus in der Frauentorstraße wurde Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus Mozart geboren. Die Dauerausstellung informiert über das Leben der Mozarts und ihrer Augsburger Familie. Unter anderem ist der Hammerflügel zu sehen, auf dem die Mozarts spielten.

Puppentheatermuseum (Augsburg)

Freizeit und Sport in Augsburg

Augsburg gehört mit einem Drittel an Grün- und Waldfläche zu den grünsten Großstädten in Deutschland. Der Augsburger Stadtwald ist der größte bayerische Auwald und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Das südwestliche Stadtgebiet gehört teilweise zum Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Weitere Parks wie der Hofgarten und der Wittelsbacher Park sind grüne Oasen in der Stadt. 1997 erhielt Augsburg die Auszeichnung als grünste und lebenswerteste Stadt Europas.

Der Augsburger Zoo am nördlichen Rand des Naherholungsgebietes des Siebentischwaldes ist mit rund 650.000 Besuchern pro Jahr die meist besuchte kulturelle Einrichtung in Bayerisch-Schwaben. Er gehört zu den 20 größten Tierparks in Deutschland.

Hier leben über 1200 Tiere aus 240 Arten aus aller Welt. Im Zoo gibt es unter anderem zwei Häuser für Großkatzen, eine Tropenhalle, eine Vogelvoliere und zwei Anlagen für Meeressäugetiere.

Unmittelbar an den Zoo grenzt der Botanische Garten, der über 3.000 Pflanzenarten und -sorten beherbergt.

Als Großstadt verfügt Augsburg über zahlreiche Sportstätten, große Sportvereine und Freizeiteinrichtungen aller Art. Hierzu gehören fünf Hallen- Schwimmbäder und fünf Freibäder.

Botanischer Garten (Augsburg)

Augsburger Veranstaltungen

Das umfangreiche Augsburger Veranstaltungsprogramm umfasst zahlreiche kulturelle Highlights, Märkte, Feste und Sportveranstaltungen.

Theateraufführungen finden im Staatstheater Augsburg mit Musiktheater, Schauspiel und Ballett, in der berühmten Augsburger Puppenkiste sowie im experimentellen Sensemble Theater in der Kulturfabrik statt.

Zu den regelmäßigen Kulturveranstaltungen gehört das jährliche Brechtfestival mit Literaturprojekten und Aufführungen.

Auch zum jährlichen Jugend- und Popkulturfestival „Modular“ und dem Augsburger Medienkunstfestival kommen zahlreiche Besucher.

Zum Augsburger Programm gehören weitere Veranstaltungen jeder Art und Kunstrichtung mit Konzerten und Kabaretttagen.

Größtes Sportereignis ist der alljährliche Augsburger Stadtlauf im Sommer mit über 5000 Profi- und Freizeitsportlern.

Der „Augsburger Plärrer“ ist mit über 1 Million Besuchern das größte Volksfest in Bayerisch-Schwaben. Das zweiwöchige Fest mit einer tausendjährigen Tradition findet zweimal im Jahr statt, einmal beginnt es am Ostersonntag und einmal im Spätsommer Ende August.

Ebenfalls zweimal pro Jahr lockt die „Augsburger Dult“ mit einer fast einen Kilometer langen Budenstraße mit typischen Waren eines Jahrmarktes zahlreiche Besucher an. Die Frühjahrsdult um Ostern dauert zwei Wochen, die Herbstdult Ende September dauert rund eine Woche.

Der beliebte, bereits 1498 erwähnte Augsburger Christkindlesmarkt auf dem Rathausplatz gehört zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands.

Das Augsburger Messegelände verzeichnet viele Besucher bei einer Reihe von interessanten Messen wie der Augsburger Frühjahrsausstellung. Die dortige Schwabenhalle ist mit über 8.000 Plätzen regelmäßiger Veranstaltungsort für große Konzerte.

Christkindlesmarkt Luftaufnahme (Augsburg)

Wichtige Adressen und Telefonnumern

Touristinformation
Rathausplatz 1
D-86150 Augsburg
Tel. +49 (0)821 50207 0
tourismus@regio-augsburg.de,
www.augsburg-tourismus.de

Ins goldene Augsburg der Fugger und Welser

Fugger- und Welser Erlebnismuseum

Das Fugger- und Welser Erlebnismuseum macht die Zeit der Renaissance lebendig. Sie waren Augsburger, sagenhaft reich und unglaublich erfolgreich – die Fugger, mit einem der bedeutendsten Bankhäuser Europas und ihrem Montankonzern waren sie die „Krupps der frühen Neuzeit“.

Und die Welser, ähnlich große Finanziers, aber mit einem einzigartigen Handelsnetz, das bis nach Südamerika reichte. Das Kupfer der Fugger ging bis nach Indien und die Welser suchten im Dschungel nach dem Goldland.

Diese Kapitel deutscher Geschichte sind so spannend, dass Historiker vom „Zeitalter der Fugger und Welser“ sprechen.

Innovativ wird diese Erfolgsstory aus dem „goldenen Augsburg der Renaissance“ im Fugger- und Welser Erlebnismuseum erzählt.

In dem aufwendig renovierten Renaissancebau stoßen Besucher auf zeitgemäßes Storytelling mit flott gestalteten Ausstellungswänden, Filmen, Tonbildern und dem virtuellen Dialog zwischen Jakob Fugger „dem Reichen“ und Bartholomäus V. Welser.

Im Untergeschoss sieht man den Teil eines originalgetreuen Bergwerkes der damaligen Zeit.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und Feiertage: 10 bis 17 Uhr.
Informationen sind bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH erhältlich:

Fugger- und Welser Erlebnismuseum
Äußeres Pfaffengässchen 23
D-86152 Augsburg
www.fugger-und-welser-museum.de

Erlebnisbesuch in der Fuggerei

Seit fast 500 Jahren leben in der Fuggerei bedürftige Augsburger für einen Gulden Jahresmiete – das sind heute gerade einmal 88 Eurocent. Die älteste Sozialsiedlung der Welt ist nicht nur deshalb ein einzigartiges Ziel für Besucher von überall her. Auch die idyllische Stimmung zieht die Menschen magisch an.

Die Fuggerei ist ein liebenswerter, lebendiger Ort. Bewohner und Besucher begegnen sich in den historischen Gassen, sitzen gemeinsam beim Gebet in der fuggereieigenen Kirche St. Markus oder im Biergarten der Fuggerei.

Ein Phänomen: Die besondere Atmosphäre der Fuggerei legt sich wie Balsam auf die Seele – vielleicht ein Ergebnis der jahrhundertealten Sorge für das Wohl der Bewohner. Die „Stadt in der Stadt“, wie die Fuggerei auch genannt wird, wurde von Jakob Fugger dem Reichen 1521 als damals äußerst innovative und großzügige Reihenhaussiedlung gestiftet.

Die Fuggerei ist ein lebendiges Denkmal, dennoch ist der Komfort in den Wohnungen ganz zeitgemäß. Heute leben um die 150 Menschen in der Siedlung: Senioren und Jüngere, Paare und Singles, Familien und Alleinerziehende.

Augsburg Fuggerei

Spaziergehen in der Fuggerei – Geschichte & Geschichten entdecken

67 Häuser säumen die hübschen Gassen. In jedem Haus gibt es eine Wohnung im Erdgeschoß und eine im Obergeschoß. Kleine, oft reich mit Blumen bepflanzte Gärten gehören zu jedem Haus.

Zu früheren Zeiten bauten die Bewohner dort Lebensmittel an oder hielten Kleintiere. Die Wohnungen wurden auch als Arbeitsstätten genutzt.

Verarmte Handwerker und Tagelöhner sollten in ihrem kostengünstigen Zuhause etwas verdienen können und wieder auf die Beine kommen – das war der Wille Jakob Fuggers.

Hilfe zur Selbsthilfe spielt auch heute noch eine wichtige Rolle in der Fuggerei. Hier zählen Gemeinschaft und Aufmerksamkeit für die Nöte des Einzelnen. Der Pfarrer der Fuggerei lebt auf dem Gelände und hat immer ein offenes Ohr für die Bewohner. Außerdem kümmern sich zwei Sozialarbeiterinnen und die Mitarbeiter in der Verwaltung um kleine und große Sorgen.

Gerne wird auch gemeinsam gefeiert wie beispielsweise persönliche Jubeltage oder die Feste im Jahreskreislauf wie Ostern und Weihnachten.

Der Glaube gehört für viele Bewohner zum Leben in der Fuggerei dazu – und das nicht nur bei den Gottesdiensten in der Markuskirche. Drei Gebete – ein Vaterunser, ein Ave Maria und ein Glaubensbekenntnis sollen die Bewohner nach dem Willen Jakob Fuggers täglich für den Stifter sprechen. Viele Fuggereibewohner folgen dieser Regel, auch wenn die Einhaltung natürlich nicht kontrolliert wird.

Geborgenheit – das besondere Fuggerei-Gefühl

Seit Jahrhunderten ist die Fuggerei ein Ort der Geborgenheit inmitten einer unerbittlich fordernden Welt. Die Sicherheit, einfach bleiben zu können – in einer nahezu mietfreien Wohnung und in einer geordneten Umgebung – schenkt den Bewohnern Heimat und festen Boden unter den Füßen.

Dazu sind auch Regeln des Zusammenlebens wichtig. Manche gelten seit Jahrhunderten, wie etwa das Schließen der Tore in der Nacht – als Symbol für ein behütetes Leben. Besucher staunen oft über diese Tradition und über die unzähligen weiteren interessanten Details der Fuggerei.

Besonders die einzigartige Atmosphäre wird gerühmt. „Hier möchte ich auch wohnen“, ist häufig von Touristen zu hören und zwar ganz unabhängig von Geldbeutel oder Herkunft.

Die Fuggerei begeistert aber auch mit historischen und kunsthistorischen Entdeckungen. Sehr empfehlenswert: ein Rundgang durch die kleinen Museen auf dem Gelände. Sie zeigen anschaulich, wie sich die Fuggerei in fünf Jahrhunderten entwickelt hat.

Man spürt die Welt Jakob Fuggers und zugleich, wie modern und vorbildlich die Idee einer solchen Sozialsiedlung gerade heute ist. Und wer dem halben Jahrtausend noch paar weitere herrliche Momente hinzufügen will, lässt sich im Restaurant und Biergarten „Die Tafeldecker in der Fuggerei“ verwöhnen – bei köstlichen bayerisch-schwäbischen Tapas, frisch und in vielen Varianten.

Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungen
Fuggerei 56
D-86152 Augsburg
Tel. +49 (0)821 31 98 810
Fax +49 (0)821 31 98 81 12
https://www.facebook.com/
fuggeraugsburg/
www.fugger.de

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