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und nur dreißig Seelen blieben
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verwandelte sich der einst belebte Markt Erkheim in eine fast gespenstische Wüstenlandschaft. Zwischen 1618 und 1648 zogen immer wieder Truppen durch das Allgäu, hinterließen verbrannte Erde, Hunger und Verzweiflung. Die Pest, eine unbarmherzige Geißel jener Zeit, folgte den marodierenden Söldnerhorden wie ein Schatten, der jede Hoffnung verschlingt. Bauern, Handwerker, Alten wie Kinder – viele starben an Krankheit oder Erschöpfung, andere suchten fluchtartig Schutz in Wäldern und Bergen. Nach den überlieferten Ortsunterlagen der Gemeinde waren am Ende dieser Endzeit nur noch etwa dreißig Menschen im ganzen Ort am Leben.
Die Häuser standen leer, die Felder verwaist, die Stille war so dicht, dass selbst das Scharren von Ratten Ohren betäuben konnte. In den Chroniken jener Jahre heißt es, Erkheim sei „nahezu entvölkert“ gewesen – ein Ort, der dem Tod geweiht schien. Erst nach Jahren des Grauens kamen Neuansiedler aus Südtirol und der Steiermark, trauten sich zurück in das verlassene Tal und setzten aus den Ruinen ein neues Leben in Gang. So wurde aus dem Geistermarkt ein wieder lebendiger Ort – doch die Erinnerung an jene düstere Zeit blieb tief in den Mauern und in den Erzählungen der Menschen verankert.


